Timo Boll Tischtennis-Ass wird deutscher Fahnenträger

Timo Boll wird bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele die deutsche Fahne tragen. Der 35-jährige Tischtennis-Spieler setzte sich bei einer Abstimmung durch. Boll hat prominente Vorgänger.
Update: 04.08.2016 - 14:59 Uhr
Der Tischtennisspieler trägt die deutsche Fahne ins Maracana-Stadion. Quelle: Reuters
Timo Boll

Der Tischtennisspieler trägt die deutsche Fahne ins Maracana-Stadion.

(Foto: Reuters)

Rio de JaneiroTischtennis-Routinier Timo Boll trägt die deutsche Fahne bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele an diesem Freitag in Rio de Janeiro. Das gab der deutsche Mannschaftschef Michael Vesper am Donnerstag im Deutschen Haus in der Olympia-Stadt bekannt. Boll erlebt in Rio seine fünften Spiele. „Als ich gestern Abend gehört habe, dass ich die Fahne tragen soll, war ich sprachlos“, sagte Boll am Freitag. „Es ist ein Wahnsinngefühl und vielleicht der Höhepunkt meiner Karriere. Ich bin unheimlich stolz.“

Der 35-Jährige gewann die Abstimmung unter Fans und der Olympia-Mannschaft gegen Hockey-Kapitän Moritz Fürste, Bahnrad-Ass Kristina Vogel, die Moderne Fünfkämpferin Lena Schöneborn und Vielseitigkeitsreiterin Ingrid Klimke. Alle vier waren anders als Boll schon Olympiasieger.

„Sein erster Gedanke war: Die anderen Vier hätten es doch auch verdient gehabt“, sagte Vesper. „Das zeigt ein bisschen seine Einstellung. Das ist, was uns alle an Timo Boll begeistert.“

Der vielfache Europameister gewann mit der Mannschaft 2008 in Peking Silber und 2012 in London Bronze. Im Einzel erwischte er in Rio eine schwere Auslosung, mit dem Team gehört er erneut zu den Medaillenanwärtern.

Der Fahnenträger für Rio war erstmals in einer gemeinsamen Wahl von Sportfans und Athleten ermittelt worden. Rund 300.000 Fans hatten laut Vesper bis zum Dienstag abgestimmt, das Votum der Olympia-Mannschaft zählte 50 Prozent. Die Prozentzahlen beider Gruppen wurden addiert. Zuvor hatte stets die Delegationsleitung entschieden, welcher Sportler die ehrenvolle Aufgabe übernimmt.

Vor vier Jahren in London hatte Hockey-Olympiasiegerin Natascha Keller das deutsche Team ins Olympiastadion geführt. 2008 in Peking war Basketball-Superstar Dirk Nowitzki deutscher Fahnenträger. Nowitzki habe ihm im Vorfeld der Spiele gesagt: „Du kriegst Probleme die Fahne zu tragen. Die ist ziemlich schwer.“ Augenzwinkernd fügte er hinzu: „Selbst als Tischtennisspieler sollte ich das schaffen.“

Die deutschen Olympia-Teams im Formcheck
Badminton
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Der ehemalige Europameister Marc Zwiebler (im Bild) vom 1. BC Bischmisheim ist im Herreneinzel an Position zwölf gesetzt. Der 32-Jährige bestreitet in Brasilien seine dritten Olympischen Spiele. Der DBV ist in Rio erstmals mit Aktiven in allen fünf Disziplinen, also im Herreneinzel und -doppel, Dameneinzel und -doppel sowie im Mixed vertreten.

Quelle: dpa

Bogenschießen
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Die deutschen Schützen sind in den letzten fünf Jahren kontinuierlich vom Mittelmaß in die Weltspitze aufgestiegen. Im Frühjahr wurde die Berlinerin Lisa Unruh (im Bild) sogar Hallen-Weltmeisterin. Das zweite Ticket holte sich Florian Floto. Da liegt auch eine Überraschungsmedaille im Bereich des Möglichen.

Boxen
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Der Deutsche Boxsport-Verband (DBV) schickt so viele Boxer wie seit 16 Jahren nicht zu den Olympischen Spielen. Sechs Athleten haben sich in der Serie von kontinentalen und Welt-Ausscheiden durchgesetzt. Die letzten Medaillen deutscher Boxer gab es 2004. APB-Weltmeister Artem Harutyunyan, Araik Marutjan und der zweimalige WM-Dritte Erik Pfeifer (im Bild) kommen diesmal für Edelmetall infrage.

Fechten
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Die deutsche Olympiamanschaft der Fechter (l-r): Carolin Golubytskyi (Florett), Peter Joppich (Florett), Max Hartung (Säbel) und Matyas Szabo (Säbel). In London gab es 2012 durch Britta Heidemann (Degen/Silber) und die Herrenflorett-Mannschaft (Bronze) zwei deutsche Medaillen. Peking-Gewinnerin Heidemann konnte sich nicht qualifizieren; mit nur vier Aktiven stellt Deutschland das kleinste nationale Aufgebot seit 60 Jahren. Medaillenchancen werden dem viermaligen Florett-Weltmeister Peter Joppich und Säbel-Ass Max Hartung eingeräumt. In den Team-Events fehlt Deutschland komplett.

Fußball/Männer
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DFB-Coach Horst Hrubesch hat trotz Einschränkungen eine ansprechende Mischung gefunden. Acht Spieler haben nationale und internationale Erfahrung. Weltmeister Matthias Ginter (WM 2014) und Lars Bender (EM 2012) waren bei großen Turnieren dabei, Julian Brandt, Max Meyer und Leon Goretzka spielten auch schon Champions League. Timo Horn ist ein erstklassiger Torhüter. Die K.o.-Runde ist drin, wenn sich schnell ein Team findet, auch eine Medaille.

Fußball/Frauen
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Beim Abschiedsturnier von Bundestrainerin Silvia Neid wollen die DFB-Frauen endlich Olympia-Gold. Die Vorbereitung auf das Turnier verlief reibungslos. Entsprechend zuversichtlich reist die DFB-Auswahl nach Brasilien, wo in der Vorrunde Simbabwe, Australien und Kanada die Gegner sind. Topfavorit auf Gold ist allerdings Weltmeister USA, der schon viermal Olympiasieger wurde.

Gewichtheben
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Ohne Illusionen fahren die deutschen Gewichtheber nach Rio. Bis auf Superschwergewichtler Almir Velagic (im Bild) hat keiner im fünfköpfigen Team (4 Männer, 1 Frau) die Aussicht auf eine Medaille. Die Deutschen hoffen aber auf größere Chancengleichheit. Der verstärkte Kampf gegen Doping mit Sperren von Ländern und Athleten bringt neue Motivation.

  • dpa
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