11. Winter-Paralympics: Putin gibt den Startschuss, Ukrainer verzichten auf Boykott

11. Winter-Paralympics
Putin gibt den Startschuss, Ukrainer verzichten auf Boykott

Russlands Präsidente Wladimir Putin hat am Freitag die Paralympics in Sotschi eröffnet. Die Mannschaft der Ukraine verzichtete auf einen Boykott. Dennoch wird die Veranstaltung von dem politischen Konflikt überschattet.
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Sotschi lf Tage nach den Olympischen Spielen blickt die Sportwelt wieder auf Sotschi. Mit einer farbenfrohen und gefühlvoll inszenierten Show sind am Freitag in der russischen Schwarzmeer-Stadt die 11. Winter-Paralympics eröffnet worden. Um 21.37 Uhr Ortszeit gab Staatspräsident Wladimir Putin den Startschuss für neun Wettkampftage mit 72 Entscheidungen. „Ich erkläre die 11. Paralympischen Winterspiele in Sotschi für eröffnet“, sagte der Kremlchef und erntete dafür tosenden Beifall von den voll besetzten Rängen im Stadion Fischt. Anschließend wurde das paralympische Feuer entzündet.

Mit ermunterndem Applaus wurde das Team der Ukraine begrüßt, das wenige Stunden vor der Eröffnung auf einen Boykott wegen des politischen Konfliktes mit dem Gastgeber-Land verzichtet hatte. Als erlaubtes Zeichen des Protestes fuhr nur Fahnenträger Michail Tkatschenko ins Stadion ein.

Die alpine Skirennläuferin Andrea Rothfuss führte das deutsche Team als Fahnenträgerin ins weite Rund. Mit dem Verzicht auf einen Einmarsch mit deutschen und russischen Fähnchen übte die Delegation des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) stillen Protest gegen die Ukraine-Politik Russlands. Insgesamt sind 13 deutsche Athleten bei den Weltspielen der Behindertensportler am Start. Die größten Gold-Hoffnungen ruhen auf Biathletin und Langläuferin Andrea Eskau sowie den Alpinen Rothfuss und Anna Schaffelhuber. Alle drei sind bereits wenige Stunden nach der Auftakt-Show am Samstag in den ersten Wettbewerben gefordert.

Insgesamt sind nach offiziellen Angaben des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) vom Freitag 547 Sportler aus 45 Nationen am Start. Neben Kremlchef Putin hatten auf der Ehrentribüne unter anderem der deutsche IOC-Präsident Thomas Bach und Philip Craven, Chef des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC), Platz genommen. Dagegen verzichteten die Bundesregierung und Politiker zahlreicher weiterer Länder sowie Angehörige von Königshäusern auf ein Reise nach Sotschi.

Unter dem Motto „Das Eis brechen“ boten die Gastgeber eine Show-Reise, an deren Ende ein riesiges Eisbrecher-Modell mit dem Namen „Mir“ (Frieden) den Aufbruch Russlands auf neuen Wegen beim Umgang mit Behinderten symbolisierte. Die märchenhafte Feier wurde von Sängern, Tänzern und Musikern mit und ohne Behinderung gestaltet. „Dank der Paralympics hat eine neu Ära in der Geschichte Russlands begonnen: Eine ohne Hindernisse und Klischees“, sagte Organisationschef Dmitri Tschernischenko.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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