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19-jähriger Cottbuser als Täter von Aue ermittelt

Ein 19 Jahre alter Cottbuser ist von Staatsanwaltschaft und Polizei als Täter der „Knallkörper-Affäre“ von Aue ermittelt worden.

dpa AUE/COTTBUS. Ein 19 Jahre alter Cottbuser ist von Staatsanwaltschaft und Polizei als Täter der "Knallkörper-Affäre" von Aue ermittelt worden.

Nach Auswertung von Bildmaterial und Zeugenvernehmungen habe diese Person zweifelsfrei den Feuerwerkskörper abgeschossen, der Energie-Trainer Petrik Sander beim Zweitliga-Spiel des FC Erzgebirge gegen Energie Cottbus verletzt habe, teilte die Polizeidirektion Südwestsachsen mit. Dem Täter war wegen anderer Delikte bereits ein bundesweites Stadionverbot bis 2009 auferlegt worden.

Für Aues Präsident Uwe Leonhardt ist die Cottbuser Herkunft des Täters ein klares Argument gegen eine vom FC Energie geforderte Wiederholung der Partie (2:0): "Es ist außerordentlich wichtig, dass die Straftat nicht noch belohnt wird mit einem Wiederholungsspiel." Der Sprengstoff sei mit dem klaren Ziel gezündet worden, einen Spielabbruch zu provozieren. "Es wurde deutlich, dass die Tat vorbereitet, inszeniert und brutal durchgeführt wurde", betonte Leonhardt.

Mehrere Hooligan-Gruppen haben für das Spiel der Cottbuser am 15. April bei Rot-Weiß Erfurt wieder gezielte Randale angekündigt. Energie-Chef Dieter Krein schlägt angesichts der drohenden Eskalation einen "Ost-Gipfel" gegen Gewalt vor und will die Präsidenten der vier ostdeutschen Zweitligisten an einen Tisch bringen. "Wir müssen den Chaoten den Kampf ansagen", sagte Krein. Der Täter von Aue hat bisher eine Aussage verweigert, seine Wohnung wurde von der Polizei durchsucht.

In einem offenen Brief an die Energie-Fans wies Verwaltungsrats-Mitglied Dieter Friese auf die möglichen Auswirkungen auf die Spieler und die sportlichen Aufgaben hin: "Wie sollen sie sich mit unseren Farben identifizieren und Leistung bringen, wenn möglicherweise eigene Leute den Trainer vom Spielfeldrand abschießen?"

Indes zeigt sich Sander noch immer betroffen von den Vorwürfen des Auer Vereins-Chefs Leonhardt. "Für mich ist der Fall nicht erledigt", erklärte der Trainer, der sich in der Cottbuser Carl-Thiem-Klinik wegen eines schweren Knalltraumas behandeln lassen muss. Wenn sich Leonhardt nicht bei ihm entschuldige, werde er als Privatperson rechtlich gegen ihn vorgehen, kündigte der Team-Manager des Lausitzer Zweitligisten an.

Der FC Energie hatte nach einem Telefon-Gespräch zwischen Leonhardt und Krein eine Strafanzeige gegen den Auer Präsident zurückgenommen. Leonhardt hatte unmittelbar nach der Verletzung von Sander bereits von einer "Inszenierung" gesprochen: "Er ist spektakulär zu Boden gegangen." Die ganze Angelegenheit sehe merkwürdig aus, hatte Leonhardt geäußert. Inzwischen korrigierte er, dies sei in keiner Weise auf den FC Energie bezogen gewesen: "Es ging allein um jene Chaoten, welche die Tat vorbereiteten und durchführten." Sander dagegen erwartet eine klare Entschuldigung.

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