2008 wieder gegen Deutschland
Kanada wirbt für Eishockey-WM im eigenen Land

Als Titelverteidiger bei der WM-Premiere im eigenen Land zum 25. Weltmeister werden: Rekordchampion Kanada hat mit dem Triumph in Moskau schon ein Jahr vorher beste Werbung für die erste Weltmeisterschaft im Eishockey-Mutterland betrieben.

HB MOSKAU/BERLIN. Dort dürften die Playoffs der nordamerikanischen Profiliga NHL vom 1. bis 18. Mai 2008 ausnahmsweise einmal nicht die WM überschatten, wenn die Kanadier zum 100-jährigen Bestehen des Weltverbandes IIHF ihr eigenes Jubiläums-Championat anstreben. Die Gastgeber werden das Unternehmen in Halifax auf Neufundland starten, wo auch die deutsche Mannschaft in der Vorrunde antreten muss. Nach dem 4:2-Finalerfolg der Kanadier über Finnland am Sonntagabend steht der neue Vizeweltmeister und Olympia-Zweite als dritter deutscher Gegner fest. Auf Grund der Platzierungen in der Weltrangliste war schon vorher klar, dass es wie diesmal in Russland erneut gegen Ex-Weltmeister Slowakei und Norwegen geht.

"Ziel muss sein, gegen Norwegen den Klassenerhalt zu schaffen und vielleicht auch einen Punkt gegen einen Großen mitzunehmen", sagte DEB-Sportdirektor Franz Reindl gestern. Diesmal hatte der deutschen Auswahl ein Zähler zum Viertelfinale gefehlt. Er wäre bei der 2:3- Auftaktniederlage gegen den neuen Weltmeister möglich gewesen.

Die Kanadier feierten ausgelassen ihren 24. Triumph, nachdem sie der Wirbel um Kapitän Shane Doan zunächst belastet hatte. Die Verbandsspitze war sogar zurück ins Parlament nach Ottawa gereist, um Doan in Schutz zu nehmen. Die Partei der Franko-Kanadier hatte ihm anti-französische Äußerungen vorgeworfen. Doch der einst bei den Eisbären Berlin tätige Trainer Andy Murray und NHL-Star Rick Nash führten die "Ahornblätter" auch durch kritische Phasen. "Rick Nash hat dieses Turnier für uns übernommen. Das gehörte zum besten Eishockey, das ich je gesehen habe", sagte Teamkollege Mike Cammalleri über Nash, der als wertvollster Spieler der WM ausgezeichnet wurde. Als Finnland im Finale auf 3:2 heran kam, gab Nash mit seinem sechsten Treffer die Antwort.

Nach dem wenig überzeugenden Auftakt gegen Deutschland formte Murray das beste Turnier-Team, das ihm mit neun Siegen aus neun Spielen seinen dritten WM-Titel nach 1997 und 2003 bescherte. Der 56-Jährige lebt harte Arbeit vor. "Schlaf ist bei so einem Turnier nicht so wichtig", meint Murray, der in der Heimat WM-Vorfreude geweckt haben dürfte.

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