30 Teams auf Augenhöhe
Gehaltsobergrenze macht die Liga spannend

Die NHL startet in die neue Saison. Die Anaheim Ducks haben Titelchancen, einen Top-Favoriten aber gibt es im US-Eishockey nicht mehr.

OTTAWA. Der überraschende Stanleycup-Sieg der Carolina Hurricanes und das Vordringen der Edmonton Oilers in die Finalrunde im vergangenen Jahr hat die NHL-Experten offenbar verunsichert. Selten waren die Prognosen für eine Saison so diffus wie in diesem Jahr.

Am heutigen Mittwoch beginnen in der National Hockey League (NHL) die Punktespiele – ohne einen allseits akzeptierten Favoriten. Die wirtschaftliche Neuordnung des Profiliga mit der Einführung von Obergrenzen für Spielergehälter hat dazu geführt, dass sich die 30 Teams auf Augenhöhe gegenüberstehen. In der 89. Saison gibt es keine armen, chancenlosen und reichen, auf Sieg abonnierten Clubs mehr.

Gary Bettman, Commissioner der NHL, spricht von einer „tollen Balance in der Wettbewerbsfähigkeit“. Eine Sportliga schulde ihren Fans die Hoffnung, den Optimismus und die Aufregung, die damit verbunden sei, dass ihr Team eine Chance habe, ganz vorne mitzuspielen. Die Zeiten, in denen einige Teams mit anderen einfach nicht mithalten konnten, seien vorbei, meint Scott Niedermayer, Kapitän der Anaheim Ducks. Und Daniel Alfredsson, Kapitän der Ottawa Senators, würde sich angesichts der Leistungsdichte nicht wundern, wenn wie im vergangenen Jahr eine Mannschaft, die es mit Mühe in die Playoffs schafft, bis in das Cupfinale vordringen würde. Damit spielte er auf die Edmonton Oilers an, die sich erst in den letzten Spieltagen den achten und letzten Playoff-Platz in der West-Konferenz sichern konnten und dann ins Finale vorstießen. Jeremy Roenick von den Phoenix Coyotes bringt es auf die Formel: „Man kann im Hockey heute keinen mehr auszählen. Es gibt keinen klaren Bewerber für den Cup.“

Die Einführung von Gehaltsgrenzen für das gesamte Team und die einzelnen Spieler war der Knackpunkt, an dem im Herbst 2004 die Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag scheiterten, was zur Absage der Spielsaison 2004/2005 führte.

Am Ende musste die Spielergewerkschaft doch klein beigeben. Die Zeiten, in denen Teams wie die New York Rangers eine Gehaltsliste bis zu 80 Millionen US-Dollar hatten, waren vorbei. Sinn der neuen Regelung war nicht nur, den Bankrott von Clubs zu verhindern, sondern die Spaltung zwischen den „small market“-Teams – darunter mehrere finanzschwache kanadische Teams – und den Reichen wie etwa New York oder Detroit zu beenden. Dies scheint gelungen zu sein.

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