400 000 Zuschauer auf deutscher Seite
Wegmann drängt „Ulle“ in die zweite Reihe

Der Australier Robbie McEwen hat beim Deutschland-Gastspiel der 92. Tour de France die siebte Etappe gewonnen. Beim Zielsprint nach 228,5km zwischen Luneville und Karlsruhe setzte er sich im Massensprint durch und machte seinen zweiten Etappensieg perfekt. Dank einer beeindruckenden Solofahrt stand aber über weite Strecken ein Deutscher im Rampenlicht: Fabian Wegmann vom Team Gerolsteiner.

HB KARLSRUHE. Wegmann drängte am „Tag der Deutschen“ den einheimischen Schlagzeilen-König Jan Ullrich in die zweite Reihe. Beim ersten Abstecher der Tour de France nach Deutschland seit 2002 eroberte der Profi vom Team Gerolsteiner am Freitag in Karlsruhe das Bergtrikot und ließ sich für seinen bravourösen Ausreißversuch von den begeisterten Zuschauern feiern. Wegmann hatte den Niederländer Karsten Kron auf der 7. Etappe über 228,5 Kilometer von Lunéville nach Karlsruhe in der Wertung hinter sich gelassen und war 172 Kilometer als Solist unterwegs. Der 25-Jährige trat die Nachfolge Rolf Aldags an, der das Trikot zuletzt 2003 für einen Tag tragen durfte. Davor hatten als einzige Deutsche der Tour-Geschichte nur Jens Voigt und Marcel Wüst zeitweise die Bergwertung angeführt.

Im Kampf um den Tagessieg gab es auf der vier Kilometer langen, schnurgeraden Zielgerade vor der Messe in Karlsruhe den Sprinter-Mehrkampf, den McEwen für sich entschied und seinen zweiten Etappensieg feierte. Wegmanns Team-Kollege Robert Förster, der als bester deutscher Sprinter am Vortag noch Etappendritter geworden war, spielte keine Rolle. Vorausgegangen war wieder ein Sturz, der allerdings offensichtlich glimpflich verlief. Kein Deutscher landete unter den Top Ten.

In der Gesamtwertung gab es keine Veränderung: Lance Armstrong (USA) führt auf dem Weg zu seinem siebten Erfolg in Serie das Feld der 187 Profis mit 55 Sekunden vor seinem Team-Kollegen und Landsmann George Hincapie und 1:02 Minuten vor Alexander Winokurow vom Team T Mobile - an. Ullrich, der sich auf den ab Sonntag beginnenden schweren Bergetappen etwas ausrechnet, ist nach wie vor 13. und hat 1:36 Minuten Rückstand.

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Wegmann hatte sich nach dem ersten Zwischensprint mit dem Ziel abgesetzt, die ersten beiden Bergwertungen der vierten und dritten Kategorie nach 45 und 74 Kilometern zu gewinnen. Der Plan ging auf, so dass der in Freiburg lebende Westfale schon als virtueller Träger des Bergtrikots nach Deutschland fuhr. Das Discovery-Team von Spitzenreiter Lance Armstrong ließ ihn dennoch zunächst gewähren. Erst als sich die Mannschaften der Sprinter vor das Peloton spannten, schmolz der Rückstand zusehends. Im Ziel bekam Wegmann schließlich das weiße Trikot mit den roten Punkten übergestreift. Der 25-Jährige (9 Punkte) führt die Wertung jetzt mit zwei Zählern vor Kron an.

"Das hatte er schon länger im Kopf, ohne dass wir das bei der Mannschafts-Besprechung am Morgen zum Thema gemacht haben. Vielleicht kann er das Trikot zwei, drei Tage behalten. Als er die Bergwertungen gewann, habe ich Ronny Scholz und Beat Zberg auf die Plätze zwei und drei angesetzt, damit sie Kron die Punkte wegnehmen. Das hat hervorragend geklappt", sagte Team-Manager Hans-Michael Holczer, der seinen bergerfahrenen Profi, der im Vorjahr als erster Deutscher beim Giro d'Italia das Bergtrikot bis ins Ziel nach Mailand gerettet hatte, danach bremsen musste.

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