58-Järhriger war 16 Jahre lang Sportchef des Senders
Staatsanwaltschaft hat Ex-Sportchef Emig im Visier

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt gegen den ehemaligen Sportchef des Hessischen Rundfunks, Jürgen Emig. Es bestehe der Anfangsverdacht von wettbewerbsbeschränkenden Absprachen bei Ausschreibungen und der Bestechlichkeit, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Rainer Schilling, mit.

HB FRANKFURT. Von dem Verfahren betroffen sind auch ein ehemaliger Produktionsleiter und zwei Inhaber von Marketingagenturen. Zudem gehe es in dem Verfahren „um nicht gerechtfertigte Zahlungen von Veranstaltern als Gegenleistungen für die Berichterstattung über ihre Veranstaltungen im Fernsehen“, so die Ermittler.

Emig hatte am 23. März dieses Jahres nach Vorwürfen der Schleichwerbung sein Amt niedergelegt. Dem 58-Jährigen war in Medien vorgehalten worden, jahrelang Firmen in Sportsendungen platziert zu haben, die Kunden der Media-Agentur seiner Frau sind. Ob sich die Ermittlungen auch gegen Emigs Frau richten, wollte Staatsanwalt Schilling am Donnerstag nicht sagen. Emig war über 16 Jahre lang Sportchef des Senders. Nach seinem Rückzug hatte hr-Intendant Helmut Reitze eine völlig neue Struktur der Sportberichterstattung des Senders angekündigt. Die Neuregelung betreffe auch die Zusammenarbeit mit Sponsoren und Koalitionspartnern bei Sportsendeungen.

Der hessische Landessportbund hatte vor der Trennung Emigs vom Hessischen Rundfunk (hr) kritisiert, dass der Sender seit Jahren von kleinen Vereinen und Veranstaltern Geld für Sportübertragungen erhalten habe. Der Präsident des Landessportbundes, Rolf Müller, der auch Mitglied im hr-Rundfunkrat ist, sagte nach Bekanntwerden der Ermittlungen am Donnerstag, er sei „vor allem dem Intendanten dankbar, dass er einen Neuanfang“ im hr-Sport eingeleitet habe. Jetzt bestehe die Chance, ohne eine Zwei-Klassen-Gesellschaft bei den Sportübertragungen auszukommen.

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