Abschied von den Pyrenäen
Der große Tag der Franzosen

Nach den Pyrenäen-Etappen rücken die Favoriten im Kampf um das Gelbe Trikot auf dem heutigen 12. Teilstück der Tour de France wieder in den Hintergrund. An ihrem Nationalfeiertag wollen derweil die Franzosen glänzen.

Am französischen Nationalfeiertag verlässt die Tour-Karawane die Pyrenäen und gibt dabei dem Startort Luchon zum 50. Mal seit 1910 die Ehre. Die zwölfte Etappe nach Carcassonne ist 211,5km lang und weist eine Bergwertung der zweiten und drei der vierten Kategorie auf. Von der letzten sind es allerdings noch 75 km bis zum Ziel. Das spricht für eine Sprintankunft, doch am 14. Juli sind Fluchtversuche der einheimischen Fahrer vorprogrammiert.

Die Thermalquellen von Carcassonne in den Zentral-Pyrenäen wurden schon von Preußens Reichskanzler Otto von Bismarck sowie der legendären Spionin Mata Hari geschätzt.

Längste Flucht der Tour-Geschichte

Die erste Transitetappe Richtung Alpen beginnt inmitten 3000m hohen Gipfelmassiven, hat aber keine allzu schweren Prüfungen im Programm. Die meiste Arbeit erwartet die Fahrer am "zweitklassigen" Col des Ares 27km nach dem Start in Luchon, das 25 vor Christus als römisches Illixon von Kaiser Augustus Adoptivsohn Claudius Tiberius gegründet wurde.

1947 schrieb Albert Bourlon auf diesem Weg Tour-Geschichte. Gleich zu Beginn in dem heute 3 000 Einwohner zählenden Luchon war der Franzose dem Peloton davongefahren, 253km später hatte er in Carcassonne die bis heute längste Flucht der Tour-Geschichte perfekt gemacht.

Die Strecke führt durch die Weinregion Languedoc-Roussillon über welliges Terrain in den rund 50 000 Einwohner zählenden Verwaltungssitz des Departement Aude, seit dem sechsten Jahrhundert auch Bischofssitz. Im durch mittelalterliche Bauwerke geprägten Carcassonne war die Tour seit 1947 schon sechsmal zu Gast. Die doppelten Ringmauern und 52 Türme der ehemaligen Burg prägen das Stadtbild ebenso wie die frühmittelalterliche Basilika St. Nazaire sowie die gotische Kirche St. Vincent und die Kathedrale St. Michel. Heute lebt die Stadt am Atlantik und Mittelmeer verbindenden Canal du Midi vornehmlich von jährlich rund drei Millionen Touristen sowie Landmaschinenbau und Weinhandel.

© SID

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