Ackermann und Gaiser konnten 47 Sekunden Vorsprung nicht ins Ziel retten
Zum Unglück gezwungen

Die Nordischen Kombinierer sind am sechsten Wettkampftag der Olympischen Winterspiele in Turin aus der Goldspur geraten. Björn Kircheisen, Georg Hettich, Ronny Ackermann und Jens Gaiser verspielten am Donnerstag in der 4x5-Kilometer-Staffel ihren auf der Schanze erkämpften Vorsprung und mussten sich mit Silber hinter dem siegreichen Quartett aus Österreich begnügen.

PRAGELATO. Ausgerechnet Ronny Ackermann sorgte wieder für Spannung. Der 28-Jährige, den seit Wochen Schwierigkeiten mit dem Absprung auf der Schanze quälten, hatte gerade rechtzeitig zum Mannschaftswettbewerb der Nordischen Kombinierer seine Form wiedergefunden. Ein Glück für das Team, das dadurch mit zehn Sekunden Vorsprung als erstes in den Langlauf ging. Doch das Glück sollte nicht lange anhalten.

In der fünf Kilometer langen Loipe verspielte der eigentlich so starke Läufer einen komfortablen Vorsprung auf die Österreicher. Felix Gottwald nahm Ackermann mehr als 26 Sekunden ab. Der von Björn Kircheisen und Georg Hettich herausgelaufene Vorsprung von 47 Sekunden schmolz zusammen. Der Knackpunkt des Rennens, denn mit Jens Gaiser hatte der deutsche Bundestrainer Hermann Weinbuch den schwächsten Läufer an den Schluss gesetzt.

So dauerte es keine zwei Kilometer, bis Mario Stecher zu dem Deutschen aufgelaufen war. 1,1 Kilometer vor dem Ziel attackierte der Österreicher und setzte sich so mühelos von Gaiser ab, als ob der 27-jährige Deutsche in einem niedrigeren Gang laufen würde. Am Ende hatte er einen Vorsprung von 15,3 Sekunden. Dritter wurden die Finnen mit einem Rückstand von 26,8 Sekunden. Die favorisierten Österreicher liefen mit Michael Gruber, Christoph Bieler, Felix Gottwald und eben jenem Mario Stechergenau in der Formation wie vor vier Jahren in Salt Lake City. Drei Mal seit der Einführung des Wettbewerbes 1988 in Calgary hatten sie Bronze geholt: 1988, 1992 und 2002.

Das deutsche Team, das sich nach der Goldmedaille am Samstag von Georg Hettich über 15 km Hoffnungen auf den Sieg gemacht hatte, verpasste dagegen die große Chance, sich zum zweiten Mal den Titel zu sichern. Vor 18 Jahren hatten Thomas Müller, Hubert Schwarz und Hans-Peter Pohl Gold gewonnen. Bei den Spielen in Salt Lake City vor vier Jahren hatten die Deutschen die Österreicher noch hinter sich gelassen. Damals traten sie fast in der gleichen Formation an wie in Pragelago - nur war statt Gaiser Marcel Höhlig mit dabei. Dennoch war Olympiasieger Hettich nicht enttäuscht: "Nach dem Springen haben wir mit Gold geliebäugelt und für die Staffel die Flucht nach vorn gewählt. Es hat nicht gereicht. Aber wir haben Silber."

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