„Agenda 2010“ für die Rückkehr zum Erfolg
Alpine stellen alles auf den Prüfstand

Wenn heute das letzte alpine Rennen bei den Olympischen Spielen gestartet wird, sind zwar auch zwei deutsche Sportler dabei, Medaillenchancen haben sie jedoch nicht. Mit einer "Agenda 2010" soll das deutsche Alpinteam spätestens bis zu den Winterspielen in Vancouver in die Erfolgsspur zurückkehren.

HB TURIN. Dafür werden nach Turin alle Strukturen hinterfragt. "Wir werden alles auf den Prüfstand stellen. Das beginnt bei mir und geht bis zu den Trainern und den Serviceleuten", sagte Walter Vogel, Alpin-Chef des Deutschen Skiverbandes (DSV). Die Vorgabe für die nächsten Winterspiele in vier Jahren in Kanada ist klar: "Medaillen in Vancouver holen."

Während der Vertrag mit Herren-Chefcoach Werner Margreiter noch bis 2007 läuft, beendet Damen-Trainer Wolfgang Maier nach dem Weltcup-Finale im März sein Engagement. "Sehr wahrscheinlich wird Mathias Berthold Cheftrainer der Damen", sagt Vogel, will aber der Entscheidung des Präsidiums im April nicht vorgreifen. Maier soll DSV-Sportdirektor werden. "Dazu wird sich das Präsidium äußern."

"In Turin waren wir nicht erstklassig", sagte Vogel schon vor der Slalom-Entscheidung am vorletzten Olympia-Tag mit dem 33 Jahre alten Alois Vogl und dem zwölf Jahre jüngeren Felix Neureuther. Den 21- Jährigen sieht der Alpin-Chef als einzigen Athleten aus dem Turin- Team neben dem qualifizierten, aber verletzten Damen-Duo Maria Riesch und Anja Blieninger in vier Jahren in der Olympia-Mannschaft. "Dann wollen wir mit einigen Athleten erstklassig sein und um die Medaillen mitfahren."

Schon in der nächsten Saison wollen sich die deutschen Skirennfahrer auf der Weltcup-Bühne nicht mehr so rar machen wie in diesem Jahr. So waren die deutschen Abfahrer in diesem Winter nur bei zwei Weltcup-Rennen präsent. "Es gibt ein paar Junge, bei denen eine Entwicklung stattgefunden hat. Wir werden im nächsten Jahr mehr junge Athleten im Weltcup sehen", verspricht Vogel, warnt aber vor zu schnellen Erwartungen: "Die Übergangsphase wird zwei Jahre dauern."

Nachdem in diesem Jahr ein sechsköpfiges Mini-Aufgebot die Alpin- Sparte des DSV bei Olympia vertreten hat, soll 2010 wieder eine richtige Mannschaft am Start sein. Bei den Damen werde man mit mehreren Starterinnen pro Disziplin antreten, verspricht Vogel. "Bei den Herren sind wir nicht so weit aufgestellt, aber grundsätzlich ist Potenzial da."

"Mehr Geld ist nicht nötig. Wichtig ist, dass man weitermachen kann", sagt Vogel. Immerhin fünf Millionen Euro haben die Alpinen in der Saison zur Verfügung, doch im Vergleich zu anderen Nationen ist das nicht viel. Die Österreicher etwa können drei Mal so viel Geld ausgeben. "Mit den Österreichern können wir nicht konkurrieren. Dort ist der Alpinsport Volkssport", sagte Vogel. "Wir in Deutschland müssen Pflänzchen gießen, in Österreich werden die schönsten Blumen gegossen."

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