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Alle Lizenz-Anträge fristgerecht eingereicht

Die 36 Profivereine haben ihre Lizenzanträge fristgerecht bis bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) eingereicht und müssen sich nun auf eine harte Prüfungsphase gefasst machen - allen voran Problemfall Borussia Dortmund.

dpa FRANKFURT/MAIN. Die 36 Profivereine haben ihre Lizenzanträge fristgerecht bis bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) eingereicht und müssen sich nun auf eine harte Prüfungsphase gefasst machen - allen voran Problemfall Borussia Dortmund.

"Wir nutzen das Lizenzverfahren nicht dazu, um Unternehmen platt zu machen, sondern um ihnen zu helfen. Aber das geht nur solange, wie ein Club nicht zahlungsunfähig ist", stellte der Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung, Wilfried Straub, klar.

Der 65-Jährige, der im Sommer altershalber ausscheidet und den Stab an Christian Seifert weitergibt, rechnet mit einer mindestens fünfwöchigen Bearbeitungsfrist: "Wir planen, den Clubs in der zweiten April-Hälfte unsere Entscheidung mitzuteilen." Einen zweiten Fall Dortmund, der starke Zweifel am Verfahren hat laut werden lassen, will die DFL dabei unbedingt vermeiden.

Die Lizenzierungsvorschriften umfassen 22 Seiten, hinzu kommen elf Anhänge. Erfüllt werden müssen sportliche, personelle und administrative Kriterien ebenso wie Fragen zur Infrastruktur und Sicherheitstechnik. Der wohl wichtigste Abschnitt ist Paragraf 8. Dort wird die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der per 30. Juni 2004 mit insgesamt 698 Mill. Euro verschuldeten 36 Vereine abgefragt. Dazu müssen eine Bilanz bis zum 31. Dezember 2004 sowie Gewinn- und Verlustrechnungen für die Saison 2003/2 004 und für die Hinrunde der laufenden Spielzeit erbracht werden. Es zählt die Zahlungsfähigkeit.

Und genau dafür wird sich die DFL bei Borussia Dortmund besonders interessieren, nachdem der einzige börsennotierte Fußball-Club in Deutschland in letzter Minute die drohende Insolvenz zumindest vorerst abgewendet hatte. Neun Mill. Euro will der Club nun aus einem von den Anlegern freigegebenen Depot in Höhe von insgesamt 52 Mill. Euro zur Sicherung der Liquidität nutzen. Zuvor hatten die Westfalen am 17. Februar in einer Ad-hoc-Mitteilung Zahlungsverpflichtungen in Höhe von 29,7 Mill. Euro bis zum 30. Juni einräumem müssen, "die derzeit nicht zu Verfügung stehen".

Das Lizenzierungsverfahren, das den reibungslosen Verlauf einer Saison gewährleisten soll, sei lückenhaft, meinte daraufhin der Präsident des VfL Bochum, Werner Altegoer. Der Ruhrpott-Club hatte, ebenso wie Bundesliga-Absteiger Eintracht Frankfurt mit dem ehemaligen DFL-Geschäftsführer Heribert Bruchhagen an der Spitze, in einem Katalog kritische Fragen an die DFL gerichtet und die Lizenzvergabe an Dortmund angezweifelt. Frühwarnsysteme und Nachprüfungen sind angedacht und könnten von der Saison 2006/2 007 an greifen. "Es ist notwendig, auch über das ganze Jahr die wirtschaftlichen Verhältnisse der Clubs auf dem Schirm zu haben", sagte DFL-Finanz-Geschäftsführer Christian Müller.

Bessere Kontrollen hat auch der Präsident des Weltverbandes Fifa, Joseph S. Blatter, angemahnt. "Es ist ja die Aufgabe der Liga oder des Verbandes, den Profi-Fußball zu kontrollieren und zu schauen, wie gewirtschaftet wird", meinte der Schweizer, dem im Fall Dortmund "die Worte fehlen". Das große Problem der Clubs sei die Überschuldung, "wenn man sich auf Grund von eventuellen Teilnahmen an Wettbewerben ein Budget ausrechnet. Die bestehende Basis muss Grundlage aller Entscheidungen sein, nicht die Hoffnung auf die Zukunft."

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