Allgemein Doping
Dopingskandal: Videos und Blutbeutel beschlagnahmt

Medienberichten zufolge hat die spanische Polizei in der "Operacion Galgo" wichtige Beweismittel konfisziert. Sogar Videos, die Sportler beim Blutdoping zeigen, sollen vorliegen.

Die Operacion Galgo spitzt sich zu. Die spanische Polizei hat im neuen Dopingskandal anscheinend wichtige Beweismittel konfisziert. Wie der Radiosender Cadena Ser berichtet, liegen der Guardia Civil Mitschnitte von Telefongesprächen, Fotos und sogar Videos vor, die Sportler beim Blutdoping zeigen. Im Haus des Leichtathletik-Trainers Manuel Pascua Piqueras wurden laut der Tageszeitung EL Pais außerdem vier Beutel mit Restspuren von Blut gefunden, die darauf hinweisen, dass dort erst vor kurzem ein oder mehrere Sportler Eigenblutdoping betrieben hätten.

Pascua soll zu den sieben Personen gehören, die den Kern des Dopingrings bilden. Neben Pascua und dessen Ehefrau Mario Jose Martinez, die ebenfalls als Trainerin arbeitet, gelten der Arzt Eufemiano Fuentes, der Leichtathletik-Agent Jose Alonso Valero, der Leichtathlet Alberto Garcia, der ehemalige Mountainbiker Alberto Leon und der Trainer von Hindernis-Weltmeisterin Marta Dominguez, Cesar Perez, als Drahtzieher. Insgesamt wurden 14 Verdächtige festgenommen, die am Sonntag dem Haftrichter vorgeführt werden sollen.

Dominguez acht Stunden lang verhört

Auch Dominguez war am Donnerstag verhaftet worden, nach einem achtstündigen Verhör unter Auflagen aber wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Der spanische Leichtathletik-Verband (Rfea) hat die schwangere Läuferin als Vize-Präsidentin des Verbandes vorläufig suspendiert.

Fünf Athleten, die von Pascua trainiert werden, sind mittlerweile von der Polizei als Zeugen vernommen worden, darunter die Europameister Nuria Fernandez und Alemayehu Bezabeh. Der gebürtige Äthiopier Bezabeh wurde daraufhin aus dem spanischen Team der Crosslauf-EM ausgeschlossen, die am Sonntag im portugiesischen Albufeira stattfindet.

Athleten unterstützen Aktion

Fernandez wird dagegen in Portugal antreten. Ihr Ehemann hatte am Freitag Medienberichte dementiert, denenzufolge auch die 1 500-m-Europameisterin von Barcelona im Zuge des Skandals verhaftet worden sei.

Viele spanische Leichtathleten begrüßen derweil die Ermittlungen der Polizei. Der Vorgang sei "ein Licht am Ende des Tunnels, dass es Hoffnung für eine sauberere Zukunft gibt", hieß es in einer Erklärung, die von 50 Leichtathleten unterzeichnet wurde.

© SID

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