Allgemein Doping
Kritik an "Ein-Stunden-Regel" der Wada

Die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) und der Deutsche Olympische Sportbund (Dosb) üben Kritik an der von der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) vorgeschlagenen "Ein-Stunden-Regel". Mit der Regel wäre Missbrauch möglich.

Die von der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada vorgeschlagene "Ein-Stunden-Regel" wird heftig von der Nationalen Anti-Doping-Agentur Nada und dem Deutschen Olympischen Sportbund Dosb kritisiert. Bei der geplanten Neuerung sollen die Athleten gegenüber den Doping-Kontrolleuren ein Vorschlagsrecht bekommen und selbst festlegen dürfen, zu welcher Stunde am Tag sie getestet werden wollen.

"Damit wird der Missbrauch möglich, jedenfalls bei Substanzen, die sich innerhalb eines sehr kurzen Zeitraumes abbauen lassen", sagte Dosb-Generaldirektor Michael Vesper.

Zwar könnten Athleten nach Einführung der "Ein-Stunden-Regel" weiterhin auch an den restlichen 23 Stunden des Tages kontrolliert werden. Wenn die Sportler aber außerhalb des von ihnen selbst bestimmten Zeitfensters nicht angetroffen werden, würde es sich dann nicht mehr um einen offiziellen Meldeverstoß handeln.

"Anders als jetzt hätte dies für den Sportler keinerlei Folgen. Wir haben bei der Wada, in Abstimmung mit dem Bundesinnenministerium und dem Dosb, bereits offiziell gegen diese Pläne interveniert", sagte Nada-Sprecherin Ulrike Spitz dem sid. "Wir hoffen sehr, dass diese Regel nicht kommen wird." Sie wird derzeit in Großbritannien schon probeweise praktiziert.

Die Reform des Wada-Codes steht im Mittelpunkt der Welt-Antidopingkonferenz vom 15. bis 17. November in Madrid.

© SID

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