Allgemein Doping
Nada: Fortschritte im Anti-Doping-Kampf

Die Nationale Antidoping-Agentur bescheinigt den deutschen Sportverbänden ein Umdenken im Kampf gegen Doping. Die Regeln der Welt-Anti-Doping-Agentur würden besser umgesetzt.

Bei den deutschen Sportverbänden ist im Kampf gegen Doping ein Lerneffekt eingetreten. Die Nationale Antidoping-Agentur (Nada) bescheinigte den Verbänden einen verbesserten Umgang mit den Regeln der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada). Das geht aus dem Jahresbericht der Nada für den Sportausschuss im Bundestag vor.

"Erfreulich ist, dass Beanstandungen aus den Jahren 2007 und 2008 nicht mehr auftraten. Das zeigt, dass es einen Lerneffekt gegeben hat", sagte der Parlamentarische Staatssekretär Christoph Bergner aus dem für den Sport zuständigen Bundesinnenministerium. Auch beim Deutschen Olympischen Sportbund (Dosb) zeigte man sich mit dem Ergebnis zufrieden. "Der deutsche Sport hat eindrucksvoll dokumentiert, dass ihnen der Anti-Doping-Kampf ein wichtiges Anliegen ist", sagte Dosb-Generaldirektor Michael Vesper.

Während für das Jahr 2008 noch von 19 Verbänden wegen Verstößen gegen die Wada-Regeln Nachzahlungen eingefordert worden waren, ist es für das Jahr 2009 nur noch ein Verband. Betroffen ist der nicht-olympische American Football Verband Deutschland (Afvd), der 700 Euro zurückzahlen soll. Für 2008 hatte der Bund von den 19 Verbänden rund 230 000 Euro an Rückzahlungen eingefordert. Dem Afvd wird vorgeworfen, seine Anti-Doping-Regeln erst am 31. Oktober 2009 rückwirkend zum 1. Januar beschlossen zu haben.

Derweil kritisierte der Sportwissenschaftler Perikles Simon von der Universität Mainz die Effizienz im Anti-Doping-Kampf angesichts der Kostenexplosion. Simon rechnete vor, dass die Kosten weltweit rund 300 Mill. Dollar pro Jahr betragen würden. Nur 0,3 Prozent der Tests seien positiv und führten zu Bestrafungen von Sportlern. "Das ist seit 20 Jahren so und daran hat sich nichts geändert", sagte Simon und zeichnete ein Bild der Stagnation.

Nada wehrt sich gegen Kritik

Die Nada wehrte sich gegen die Kritik an der momentanen Praxis im Anti-Doping-Kampf. "Von völliger Ineffektivität zu reden, geht absolut zu weit. Das muss ich entschieden zurückweisen", sagte die kommissarische Nada-Chefin Anja Berninger. Grünen-Sprecher Winfried Hermann verstand die Aussagen von Simon als "Provokation" und forderte: "Wir müssen schauen, ob die Mischung unserer Finanzierung die richtige ist."

Keine konkreten Angaben wollte das BMI zum Fall Claudia Pechstein im Sportausschuss machen. Fragen der Politiker, ob die Eisschnellläuferin nach Ablauf ihrer Sperre im Februar 2011 wieder Teil der Bundesförderung wird, wich Bergner aus. "Zunächst muss der Verband entscheiden, ob sie Mitglied des geförderten Kaders wird", sagte Bergner.

Sportausschuss-Vorsitzende Dagmar Freitag fragte nach, inwieweit Sportler Konsequenzen befürchten müssen, wenn sie andere Sportler in den Medien in die Nähe eines Doping-Verdachts stellen. In den Verdacht sei so laut Freitag eine "Olympiasiegerin auf Skiern" gerückt worden. "Wir haben Blutproben von rund 800 Sportlern und können indirekte Verfahren durchführen. Ich vermute, dass auch alle Olympiasiegerinnen auf Skiern dazu gehören. Wir gehen allen Hinweisen nach", sagte Berninger.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%