Allgemein Doping
Spanischer Dopingskandal scheint sich auszuweiten

Die spanische Polizei soll bei Razzien Hinweise darauf gefunden haben, dass "nicht nur Leichtathleten und nicht nur Spanier" vom Doping-Skandal in Spanien betroffen sind.

Der neue Dopingskandal um den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes scheint internationale Ausmaße anzunehmen. Wie die spanische Tageszeitung El Pais berichtete, soll die Polizei Hinweise darauf gefunden haben, dass "nicht nur Leichtathleten und nicht nur Spanier" von der Operacion Galgo (Windhund) betroffen seien. Namen oder Sportarten der angeblich beteiligten Personen wurden aber weiter nicht genannt.

Derweil hat sich auch der Präsident des spanischen Leichtathletik-Verbandes Rfea zu Wort gemeldet: "Ich bin auch ein Opfer dieser Affäre. Diejenigen die mein Vertrauen missbraucht haben, werden ihre gerechte Strafe erhalten", sagte Jose Maria Odriozola am Montag auf einer Pressekonferenz. Darüber hinaus stände ein Rücktritt von seinem Amt für ihn nicht zur Diskussion.

Am vergangenen Donnerstag hatte die spanische Polizei 14 Verdächtige, darunter auch Fuentes und die aktuelle Hindernis-Weltmeisterin Marta Dominguez, festgenommen. Sechs Personen waren am Sonntag dem Haftrichter vorgeführt und danach unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt worden. Den Verdächtigen drohen wegen des Handels mit Dopingmitteln und "Verstoßes gegen die allgemeine Gesundheit" bis zu zwei Jahre Haft. Dominguez wurde inzwischen vom spanischen Leichtathletik-Verband Rfea als dessen Vize-Präsidentin vorläufig suspendiert.

Dominguez: "Polizei hat mir gesagt, dass ich Zeuge sei"

Dominguez bestritt allerdings die Vorwürfe. "Ich habe nie mit Dopingmitteln gehandelt. Bisher hat mir niemand einen Beweis vorgelegt. Die Polizei hat mir gesagt, dass ich ein Zeuge in diesem Fall sei", sagte Dominguez der Nachrichtenagentur EFE.

Auch Fuentes' Anwalt Julian Perez wies unterdessen alle Vorwürfe gegen seinen Mandanten, der bereits 2006 im Zentrum der Operacion Puerto stand, zurück. "Er hat damit überhaupt nichts zu tun", sagte der Jurist.

Im Rahmen des größten Radsport-Dopingskandals der Geschichte war auch der einzige deutsche Tour-Sieger Jan Ullrich von seinem damaligen Team T-Mobile suspendiert worden. Damals waren über 200 Blutbeutel in der Madrider Praxis des Mediziners gefunden worden. Einige Beutel konnten Jan Ullrich per DNA-Abgleich zugeordnet werden, er hat jeglichen Betrug jedoch stets bestritten. Im Zuge der Operacion Puerto waren unter anderem Alejandro Valverde und Ivan Basso gesperrt worden.

© SID

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