Allgemein Doping
Wada soll ihren Code umarbeiten

Der Wada-Code 2009 für Leistungssportler muss noch einmal überarbeitet werden. Das fordert eine Arbeitsgruppe der Europäischen Union.

Die Meldepflichten des Wada-Codes 2009 für Leistungssportler sind ein Verstoß gegen EU-Recht. Zu diesem Schluss kam die EU-Arbeitsgruppe "Artikel 29" und verlangt von der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada), den Code noch einmal zu überarbeiten. Mehrere Anforderungen für die Athleten seien "problematisch". Experten aus den 27 Mitgliedsländern haben sich mit der Frage befasst.

Im Wada-Code 2009 ist festgelegt, dass Top-Athleten aus dopingträchtigen Sportarten für drei Monate im Voraus täglich eine Stunde angeben müssen, in der sie für Dopingkontrolleure erreichbar sind.

Es sei ein Irrglaube zu meinen, weltweit sei der Schutz für persönliche Daten auf einem einheitlichen Standard, so wie das in der EU gefordert wird, meint die Arbeitsgruppe.

Protest der Wada

Die Wada protestierte umgehend. Die Arbeitsgruppe sei über ihr Mandat hinausgegangen. Die Expertise sei fehlerhaft und könnte den Kampf gegen Doping gefährden. Man habe der EU mehrfach ein Treffen angeboten. "Das wurde bedauerlicherweise aber abgelehnt", erklärte Wada-Präsident John Fahey (Australien).

In Belgien ist bereits eine Klage von 65 Spitzensportlern gegen die im Wada-Code festgeschriebenen Meldepflichten anhängig. Protest haben auch schon zahlreiche deutsche Sportler geäußert.

Die Meinung der Arbeitsgruppe wird Grundlage für eine Grundsatzentscheidung der Europäischen Kommission sein und stellt den Anti-Doping-Kampf vor ganz neue Herausforderungen.

© SID

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