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Commonwealth Games: Angst vor Terror und Absagen

Die Vorbereitungen auf die Commonwealth Games werden weiter von schlechten Nachrichten überschattet. Terror-Angst, ein schweres Unglück und prominente Absagen trüben die Vorfreude.

Terror-Angst, ein schweres Unglück und die ersten prominenten Absagen: Die Commonwealth Games 2010 stehen knapp zwei Wochen vor der feierlichen Eröffnung in Indiens Hauptstadt Neu-Delhi unter keinem glücklichen Stern.

Politiker mehrerer teilnehmenden Nationen schlagen Alarm und fordern die Veranstalter auf, schnellstens mehr für die Sicherheit zu tun. Wie ernst die Lage ist, verdeutlichte der Chef der englischen Delegation: "Die Spiele stehen auf des Messers Schneide", sagte Andrew Foster und betonte: "Die nächsten 24 bis 48 Stunden entscheiden." Für ihn sind derzeit die Unterkünfte die größte Schwachstelle. Diese sind nach Meinung vieler Beobachter in einem absolut erschreckenden Zustand: dreckig, zu klein und ramponiert.

Eine Absage der Spiele (3. bis 14. Oktober) steht allerdings derzeit nicht zur Diskussion. Im Gegenteil: Neuseelands Premierminister John Key warnte vor Panik-Reaktionen. Sollten die Commonwealth Games nicht stattfinden, wäre dies ein Desaster für die Zukunft der Veranstaltung. Außerdem würde eine Absage dem Ansehen der aufstrebenden Nation Indiens in der Welt großen Schaden zufügen, sagte der Spitzenpolitiker weiter.



"Es tut mir leid, aber ich bin Familienvater"

Doch immer mehr Sportler verzichten auf eine Reise nach Indien. So sagte am Mittwoch der englische Dreisprung-Weltmeister Phillips Idowu seinen Start ab. Via Twitter teilte er mit: "Es tut mir leid, aber ich bin Familienvater. Für meine Kinder ist meine Sicherheit wichtiger als eine Medaille." Und auch die britische 400-m-Olympiasiegerin Christine Ohuruogu bleibt aus Sorge um ihre Gesundheit zu Hause. Später entschuldigte sie sich und sagte, sie wolle im Hinblick auf Olympia 2012 in London keine Verletzung riskieren.

In Schottland hat gleich die komplette Mannschaft die Abreise verschoben, um zunächst die Entwicklung in Neu-Delhi abzuwarten. Das Team aus Wales stellte sogar ein Ultimatum und forderte die Veranstalter auf, die Zustände an den Wettkampfstätten und Unterkünften bis Mittwoch zu verbessern.

Michael Fennell fordert nun ein Krisentreffen mit Premierminister Manmohan Singh. Der Präsident der Commonwealth Games prangert die hygienischen Zustände im Athletendorf an. Dreck und Schmutz müssten beseitigt werden, bevor die mehr als 7 000 Sportler und Funktionäre aus England und den Ländern der ehemaligen britischen Kolonien einträfen. Es geht schon die Angst vor dem schwersten Ausbruch von Dengue-Fieber seit Jahren in Neu-Delhi um.



Zahlreiche Verletzte nach Brückeneinsturz

Doch damit nicht genug. Beim Einsturz einer Fußgänger-Brücke wurden in der indischen Hauptstadt mindestens 19 Menschen verletzt. Die Brücke liegt in der Nähe des Jawaharlal Nehru Stadions, das vom 3. bis 14. Oktober Schauplatz der Commonwealth Games ist. "Die Brücke ist komplett eingestürzt. und wir haben Berichte über 19 Verletzte", sagte ein Sprecher der Polizei.

Im Vorfeld der Veranstaltung hatten zuletzt immer wieder negative Schlagzeilen die Runde gemacht. Nachdem Extremisten mit Anschlägen auf die Commonwealth-Spiele gedroht hatten, wurden die Sicherheitsvorkehrungen in Neu-Delhi hinsichtlich des sportlichen Großereignisses verstärkt. Die Organisatoren teilten anschließend mit, dass die Spiele "sicher und ungefährlich" seien.

Die australischen Behörden haben sogar eine Reisewarnung für die Commonwealth Games herausgegeben. Es bestehe das große Risiko eines extremistischen Anschlages während der Spiele, hieß es.

Hintergrund der Warnung ist ein Terroranschlag in Neu-Delhi. Zwei Unbekannte hatten erst vor wenigen Tagen einen Touristenbus beschossen und dabei zwei Taiwanesen verletzt. Die Täter feuerten nahe der größten Moschee Jama Masjid (Freitagsmoschee) in der indischen Hauptstadt wahllos auf den Bus. Die beiden Opfer wurden in ein Krankenhaus gebracht, befanden sich allerdings nicht in Lebensgefahr.

Die Behörden ließen zunächst offen, ob es sich um einen politisch motivierten Anschlag handelte. "Die Schießerei hat keine Auswirkungen auf die Commonwealth Games", sagten die Organisatoren.

© SID

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