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Bach will Dosb-Präsident werden

Der Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach, hat seine Bereitschaft erklärt, sich am 20. Mai in Frankfurt "an der Spitze einer schlagkräftigen Mannschaft" zum ersten Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (Dosb) wählen zu lassen.

"Ich bin sehr glücklich über diese Lösung. Es war unser Auftrag, den Besten zu gewinnen, und dies ist Thomas Bach", erklärte Dr. Theo Zwanziger, Geschäftsführender Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und Leiter der Findungskommission, die den 52 Jahre alten Tauberbischofsheimer der Gründungsversammlung in der Frankfurter Paulskirche "einstimmig" und als einzigen Kandidaten präsentieren wird.

"Das Votum ist sehr ehrenhaft"

"Das einstimmige Votum der Kommission empfinde ich als sehr ehrenhaft, deshalb werde ich mich gern der Verantwortung stellen", sagte Bach. An einer breiten Zustimmung für den Fecht-Olympiasieger von 1976 gibt es keine Zweifel. Erstmals seit Willi Daume (1961-70) wird damit die Führung des deutschen Sports wieder auf eine Person konzentriert.

DSB-Präsident Manfred von Richthofen bezeichnete Bachs Kandidatur "als richtige Weichenstellung, die auf eine überzeugende Gesamtlösung hoffen lässt". NOK-Chef Klaus Steinbach hatte schon vor zwei Wochen zu Gunsten von Bach ("Er ist die absolut geeignete Person") verzichtet. Ski-Präsident Alfons Hörmann meinte: "Dies ist ein positives Signal. Es bietet die Chance, den deutschen Sport international zu verankern." Allerdings sei einer allein mit der "Herkules-Aufgabe"überfordert, er brauche ein gutes Team.

Bach, der nie in der Verbandsbasis verankert war, tritt zum ersten Mal an die Spitze einer Sportorganisation. Er strebe eine "stärkere Professionalisierung mit der deutlichen Abgrenzung zwischen Haupt- und Ehrenamt" an, sagte Bach. Man werde sich dabei an Modellen aus der Wirtschaft orientieren.

"Schlagkräftiges und kompetentes Team"

Die Kommission trage diese Vorstellungen voll mit, bekräftigte Zwanziger. Das fünfköpfige Gremium will seine Vorschläge für die weitere Präsidiumsbesetzung möglicherweise schon in der kommenden Woche vorlegen. Er habe großes Vertrauen, dass die Kommission ein "schlagkräftiges und kompetentes Team" finden werde, sagte Bach. Ziele und Aufgaben werde man dann gemeinsam erarbeiten.

Deutschlands profiliertester Sportführer, der seiner Rolle als Hoffnungsträger persönlich wenig abgewinnen kann, dürfte mit der Tradition seiner Vorgänger in NOK und DSB brechen, als Präsident "auf jedem Fest zu tanzen". Er war am Dienstag in Dortmund erstmals mit der fünfköpfigen Findungskommission zusammengetroffen.

Seine "strategischen Bedingungen" für eine Zusage stießen dabei laut Leichtathletik-Präsident Clemens Prokop auf einmütige Unterstüzuung. Eine "teamfähige Führungsriege" sowie professionelle hauptamtliche Strukturen sollen den angehenden Dosb-Präsidenten entlasten, der als Wirtschaftsanwalt und im IOC ohnehin stark eingebunden ist.

© SID

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