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Greis, Wilhelm und DFB-Team "Sportler des Jahres"

Die "Sportler des Jahres 2006" sind gekürt: Bei den Herren gewann Olympiasieger Michael Greis, bei den Damen machte dessen Biathlon-Kollegin Kati Wilhelm das Rennen. Mannschaft des Jahres ist das DFB-Team als WM-Dritter.

Ehre, wem Ehre gebührt: Die Biathlon-Olympiasieger Michael Greis und Kati Wilhelm sowie die Fußball-Nationalmannschaft als "Weltmeister der Herzen" sind Deutschlands Sportler des Jahres 2006. 800 geladene Gäste im Baden-Badener Kurhaus und Mill. vor den Bildschirmen erlebten am Sonntag nach der 60. Wahl der deutschen Sportjournalisten einen historischen Triumph der Sportart Biathlon, die schon bei Olympia in Turin mit fünf der elf deutschen Goldmedaillen das Wintermärchen ermöglicht hatte. Und sie feierten die WM-Fußballer, aus deren Kreis auch Torwart Oliver Kahn gekommen war, als Helden des Sommermärchens.

Nur zweimal in der Geschichte dieser Wahlen triumphierte eine Sportart überzeugender als Biathlon, das 2005 durch Uschi Disl erstmals überhaupt vorn lag - und nun sogar doppelt. Neben Dreifach-Olympiasieger Greis und Kati Wilhelm (beide 30), die im Jagdrennen gesiegt hatte, landete in der Mannschaftswertung die Biathlon-Staffel (mit 10-km-Olympiasieger Sven Fischer) auf Rang drei.

Das toppten in der 60-jährigen Geschichte der Abstimmung der Internationalen Sport-Korrespondenz (isk), die seit 1967 Mannschaften auszeichnet, nur die Tennis-Legenden: 1989 triumphierten Steffi Graf und Boris Becker, das Daviscupteam mit dem Star aus Leimen wurde Zweiter. In der DDR feierten 1977 die Leichtathleten den totalen Triumph durch die Hochspringer Rosi Ackermann, Rolf Beilschmidt und die Männer-Nationalmannschaft.

Greis siegt vor Schumacher und Klose

Michael Greis (Nesselwang) siegte mit 3 126 Punkten hoch überlegen vor Michael Schumacher (Kerpen/1 645), der damit wie in seiner letzten Formel-1-Saison Zweiter wurde, und WM-Torschützenkönig Miroslav Klose (Werder Bremen/1 430), Dritter wie beim Sommermärchen. Als WM-Organisationschef ließ es sich auch Franz Beckenbauer nicht nehmen, in Baden-Baden mit den Siegern zu feiern.

Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) schlug mit 3 363 Punkten Schwimmerin Britta Steffen (Berlin/2 980), die nach vier EM-Titeln und drei Weltrekorden für viele Favoritin gewesen war. Nach Punkten weit zurück als Dritte mit 1 337 folgte Rodel-Olympiasiegerin Sylke Otto (Oberwiesenthal). Die Fußballer (4 165) lagen deutlich vor den Hockey-Herren (2 919), die in Mönchengladbach in einem dramatischen Finale Weltmeister geworden waren, und den Biathleten (2 337).

Der Allgäuer Michael Greis, zwar schon 30 Jahre alt, aber noch nie in den Top zehn der Wahl gelandet, machte das Rennen als Nachfolger von Kombinierer Ronny Ackermann so souverän wie in Turin, als er als erster deutscher Wintersportler einen Dreifach-Erfolg bei den gleichen Spielen schaffte (Massenstart, 20 km, Staffel). Der Sportsoldat, der auch 2010 mit 33 noch bei den Spielen in Vancouver dabei sein will, ist ein typischer Spätstarter. "Ich habe darauf gehofft, gewinnen zu können, aber nichts ausgerechnet. Die Wahl ist für mich ein super Abschluss der Saison 2006", meinte Greis.

2000 erster Weltcup-Start, 2002 erster Podestplatz, 2002 erster Olympia-Start, 2003 erstmals im WM-Team, 2004 Staffel-Gold bei WM, 2005 erster Weltcupsieg - das waren die Stationen des Wahl-Ruhpoldingers vor Turin. 2007 will Greis dem Norweger Ole-Einar Björndalen den Gesamt-Weltcup abjagen. In Führung liegt er zumindest schon.

Für die 30-jährige Kati Wilhelm war der Sieg nach Gold im 10-km-Jagdrennen, Silber beim Massenstart und in der Staffel versöhnlich. Denn 2002 war sie als Doppel-Olympiasiegerin (7,5 km, Staffel) nur auf Rang drei gelandet, als fünf EM-Siege von Franziska van Almsick und zweimal Olympiagold im Eisschnelllauf von Claudia Pechstein (Zweite/beide Berlin) höher gewichtet wurden. "Ich war schon sehr aufgeregt heute. Aber ich genieße es auch, hier im Rampenlicht zu stehen", sagte Wilhelm.

Achter Sieg für Fußball-Nationalmannschaft

Als Nachfolger der Basketball-Herren siegte zum achten Mal seit 1966 eine Fußball-Nationalmannschaft (außerdem in der DDR 1963 und 1966) der Männer. Wie 1970 übrigens als WM-Dritter. 1974 und 1990 lag sie vorn als Weltmeister (1954 gab es noch keine Wahl der Mannschaften), 1966 und 2002 als "Vize", 1980 und 1996 als Europameister. 1996 gehörten Oliver Kahn und Bernd Schneider (damals bei der EM beide nicht eingesetzt) schon zum Siegerteam, ebenso 2002 wie acht andere der nun siegreichen Mannschaft, darunter Michael Ballack und Miroslav Klose.

© SID

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