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Länderchefs leiten Aus für Programmsponsoring ein

Der Slogan "Diese Sendung wird präsentiert von" wird bei ARD und ZDF in Zukunft seltener zu hören sein. Die Länderchefs haben das Aus des Programmsponsorings beschlossen.

Trübe Aussichten für den deutschen Sport. Auf ihrer Ministerpräsidentenkonferenz in Magdeburg haben die Länderchefs das Aus für das Programmsponsoring in ARD und ZDF ab 20.00 Uhr eingeleitet und die Streichung der für den Sport so wichtigen Einnahmequelle in dem neuen Rundfunkstaatsvertrag ab 2013 für Sonn- und Feiertage beschlossen. Nur bei Großveranstaltungen soll Programmsponsoring erlaubt bleiben.

"Wir haben das Programmsponsoring wie geplant an die Werberegelungen angepasst", sagte Rainer Robra, Staatskanzleichef von Sachsen-Anhalt, dem Sport-Informations-Dienst (SID) am Rande der Konferenz. Demnach werde der Paragraph 16 um folgenden Absatz ergänzt: "Sponsoring findet nach 20 Uhr sowie an Sonntagen und im ganzen Bundesgebiet anerkannten Feiertagen im Fernsehen nicht statt, dies gilt nicht für das Sponsoring der Übertragung von Großveranstaltungen."

Der Slogan "Diese Sendung wird präsentiert von" ist bei ARD und ZDF in Zukunft also seltener zu hören. Wie Robra erklärte, sei die jetzt vorgenommene Streichung nur ein erster Schritt. Mittelfristig solle das Sponsoring ganz aus dem Programm verschwinden, weil dies "nicht zum Selbstverständnis der öffentlich-rechtlichen Sender" passe.

Kleineren Sportarten droht das TV-Aus

Der Ausstieg aus dem Sponsoring wurde trotz großen Widerspruchs der Sportverbände wie etwa durch den Deutschen Ski-Verband (DSV) durchgesetzt. "Die Verbände müssen sich in Zukunft eine andere Art der Finanzierung überlegen", sagte Robra.

Der deutsche Sport hatte sich bis zuletzt gegen die Streichung gewehrt. Durch den Verlust der Sponsoring-Gelder stehen den öffentlich-rechtlichen Sendern beim Einkauf von TV-Rechten deutlich weniger Mittel zur Verfügung. Insbesondere kleineren Sportarten droht das Verschwinden aus den Programmen von ARD und ZDF.

Der Deutsche Sport-Bund (Dosb) hatte im Vorfeld der Konferenz vor massiven Auswirkungen auf die Sportlandschaft gewarnt und bei den Landesfürsten eine Sonderregelung für den Sport eingefordert. Dosb-Präsident Thomas Bach erklärte, dass es besonders hart die Wintersportverbände treffen würde. So würde die Finanzierung des Deutschen Ski-Verbandes (DSV) in Frage gestellt.

Der Dosb-Chef machte darauf aufmerksam, dass eine Reduzierung der TV-Zeiten ein sinkendes Interesse an Wintersportarten in Deutschland zur Folge hätte. Diese sei gerade in Hinblick auf Münchens Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2018 ein verheerendes Signal.

© SID

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