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Mohren zu Bewährungsstrafe verurteilt

Wilfried Mohren, früherer Fernsehsportchef des MDR, ist nach der Schmiergeld-Affäre zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe auf Bewährung und Zahlung von 9 000 Euro verurteilt worden.

Der frühere MDR-Fernsehsportchef Wilfried Mohren muss nicht ins Gefängnis. Das Landgericht Leipzig setzte am Dienstag eine zweijährige Freiheitsstrafe im "Schmiergeld-Prozess" zur Bewährung aus. Die Staatsanwaltschaft hatte eine dreijährige Haftstrafe gefordert.

Die 11. Strafkammer unter Vorsitz von Richter Karsten Nickel erklärte den 51-Jährigen in drei Fällen der Vorteilsnahme und in 19 Fällen der Bestechlichkeit für schuldig. Mohren wurde zudem wegen Betrugs und Steuerhinterziehung zu einer Geldstrafe in Höhe von 360 Tagessätzen zu je 25 Euro verurteilt (insgesamt 9 000 Euro). Die Bewährungszeit wurde auf drei Jahre ausgelegt.

Ehefrau Christiane Mohren erhielt wegen Beihilfe zur Bestechlichkeit eine Geldstrafe in Höhe von 360 Tagessätzen zu je 20 Euro (7 200 Euro). Über ihre Firma waren die Geldzahlungen für die gekauften Sendezeiten und Medienberatung abgewickelt worden.

Staatsanwältin prüft Revision

Nickel hielt dem Angeklagten Mohren dessen frühes und umfassendes Geständnis sowie den im Vorfeld geschlossenen Vergleich über Schadenersatz mit dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) als strafmildernd zugute. Im Vergleich mit dem MDR muss das Paar insgesamt 380 000 Euro Schadenersatz zahlen.

Staatsanwältin Karin Schreitter-Skvortsov will eine Revision gegen das Urteil prüfen. An ihrem Einspruch war zum Auftakt des zweiten Prozesstages eine Abmachung gescheitert, die Mohren als Strafobergrenze eine zweijährige Bewährungsstrafe im Gegenzug für ein glaubwürdiges Geständnis zusicherte. Nickel machte dann trotz dieser Ablehnung eine entsprechenden Zusage.

Mohren belastete Emig

Unter Tränen legte Mohren daraufhin ein Teil-Geständnis ab. Nach einer Verhandlungspause erweiterte er dieses dann aber noch. Zugleich belastete er den früheren und bereits zu einer Haftstrafe verurteilten ehemaligen HR-Sportchef Jürgen Emig. Dieser habe ihn zu bestimmten Handlungen gedrängt. Einen Kommentar zum Urteil lehnte er ab.

Mohren hatte Geldbeträge dafür kassiert, dass er bestimmte Veranstaltungen im Programm sendete und somit Werbebotschaften platziert. Es ging beispielsweise um den Techem-Cup im Fußball und Gala-Veranstaltungen der Sporthilfe, zudem erhielt er Zusatzzahlungen von einer Brauerei.

Das Verfahren gegen den früheren Sporthilfe-Chef Hans-Ludwig Grüschow und einen Motorsport-Manager, beide hatten Zahlungen an Mohren veranlasst, wurde abgetrennt. In beiden Fällen schlug das Gericht eine Einstellumg des Verfahrens und die Zahlung einer Geldstrafe vor. Nächster Verhandlungstermin ist der 6. Oktober.

© SID

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