Allgemein Sportpolitik
Deutsche Sporthilfe will Wirtschaftskrise trotzen

Trotz der globalen Wirtschaftskrise bittet die Deutsche Sporthilfe mit einer breit angelegten Spendenkampagne um die finanzielle Unterstützung der Bevölkerung.

Die globale Wirtschaftskrise macht den Menschen große Sorgen, immer neue Schreckensmeldungen aus dem Spitzensport über Dopingvergehen nähren die Zweifel am System, trotzdem hofft die Deutsche Sporthilfe auf die finanzielle Unterstützung der Bevölkerung und will eine breit angelegte Spendenkampagne starten.

"Wir wollen nicht mehr nur Großunternehmen ansprechen, damit sie nationale Förderer werden, sondern an den Mann und an die Frau auf der Straße herantreten und ihnen deutlich machen, wie wichtig die Idee der Sporthilfe für unser Land, unseren Sport und unsere nationale Identität ist", sagte Sporthilfe-Chef Werner E. Klatten dem Sport-Informations-Dienst (SID) am Rande des sogenannten "Dinner for Sports" am Donnerstagabend.

Fördergelder werden dringend benötigt

Bei Kräuterschaumsuppe, Wachtelei und Keule vom Sylter Deichlamm im Münchner Nobel-Restaurant des Sporthilfe-Kuratoriummitglieds Michael Käfer richtete Klatten im Beisein ehemaliger und aktueller Sportgrößen wie Rennrodler Georg Hackl und Kanu-Olympiasieger Alexander Grimm einen Appell an alle Gönner des Sports. Man sei dringend angewiesen auf die Fördergelder der Sponsoren, denen die Veranstaltung galt, aber auch der Bürger könne einen wichtigen Beitrag leisten.

Wie groß dieser im Einzelfall ausfalle, spiele keine Rolle. "Wir wollen die Menschen gewinnen, diese Idee auf Dauer zu unterstützen. Denn wir brauchen mehr Geld, um zu besseren Ergebnissen zu kommen", sagte Klatten. Ihm zufolge soll die Kampagne, die über alle Kommunikationswege angeschoben werden soll, im letzten Quartal des Jahres starten. Das Potenzial bestehe, mittel- und langfristig einen siebenstelligen Betrag zu erzielen. "Erste Zielsetzung wären zehn Prozent des Betrags, den wir jetzt schon haben", sagte Klatten.

Die Sporthilfe unterstützte seit ihrer Gründung 1967 mehr als 40 000 Athleten mit gut 350 Mill. Euro. Aktuell werden rund 3 800 Kaderathleten in 50 Sportarten mit jährlich rund zwölf Mill. Euro gefördert.

Klatten: "Jeder Zeitpunkt ist richtig oder falsch"

Der möglichen Kritik, die Spendenaktion komme angesichts der Sorgen und Nöte der Menschen zum falschen Zeitpunkt, stellt sich Klatten gelassen. "Da gilt das Prinzip: Jeder Zeitpunkt ist richtig oder falsch. Ich kann nicht warten. Jeder weiß, dass wir nicht sagen können: Wir vergessen mal die Olympischen Spiele in London 2012, weil die im Moment bei so einer Krise nicht so wichtig sind. Sie sind wichtig, sie kommen auf uns zu und wir wollen dort Erfolg haben", sagte der Jurist, der seit dem 1. Dezember Vorstandsvorsitzender der Stiftung ist.

Zur Doping-Problematik sagte der ehemalige Vorstandsvorsitzende der EM.TV AG: "Ich denke da auch nicht anders als jeder, der in die Zeitung schaut, mit dem Leistungssport verbunden ist und sieht, was da passiert. Und da passiert ja nicht nur Gutes." Doping in jeder Form werde sanktioniert. "Wir entziehen die Förderung, wir verlangen von den Sportlern, das Geld im Zweifelsfall zurückzuzahlen. Für mich ist es ganz wichtig, dass wir die Dopingdiskussion aggressiv verfolgen. Ich bin kein Vertreter von Formelkompromissen, ich bin ein ganz klarer Gegner dieses Themas", sagte Klatten.

Sponsorenabende geplant

Zuletzt hatte die Sporthilfe einen ähnlichen Sponsorenabend in Hamburg veranstaltet. Weitere sollen in Berlin, Düsseldorf und Stuttgart folgen, um auf die Stiftung aufmerksam zu machen. Via Fernsehen, Events und nach dem Vorbild der Wahlkampagne von US-Präsident Barack Obama auch im Internet soll dann die Spendenaktion bekannt und erfolgreich gemacht werden.

Sich die Idee des "Obama-Dollars" zum Vorbild zu nehmen, ist zugleich ein Verweis auf die angelsächsische Konkurrenz, die Klatten besonders betonte: "Wir sehen, wie die anderen Länder ranrücken, uns teilweise überholen, und warum das geschieht. Das liegt daran, dass anderswo Vermarktungs- und Förderungskonzepte dahinter stehen." Deshalb sei man aufgefordert, noch mehr zu tun als derzeit.

© SID

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