Allgemein Sportpolitik
IOC-Präsident Rogge bedauert Rückzug von Lamour

Nach dem Rückzug von Jean-Francois Lamour als Kandidat für den Vorsitz der Wada zeigte sich IOC-Präsident Jacques Rogge enttäuscht: "Es ist sehr schade, dass ein Mann seines Kalibers nicht zur Verfügung steht."

Einen Tag nach dem Rückzug des Franzosen Jean-Francois Lamour als Kandidat für den Vorsitz der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada hat IOC-Präsident Jacques Rogge sein Bedauern darüber zum Ausdruck gebracht: "Es ist sehr schade, dass ein Mann seines Kalibers nicht zur Verfügung steht", sagte der Belgier der Sporttageszeitung L'Equipe. "Er hätte als Olympiasieger und Ex-Sportminister alle Vorzüge mitgebracht, die es für diese Position braucht."

"Ich hätte mir von meinem Fechter-Kollegen gewünscht, dass er den Kampf annimmt", erklärte auch IOC-Vizepräsident Thomas Bach. "Lamour wäre eine gute Wahl gewesen, denn er ist von allen Seiten anerkannt. Deshalb war das Rennen aus meiner Sicht noch längst nicht entschieden."

Einziger Kandidat auf die Nachfolge des Kanadiers Dick Pound, der die Wada seit der Gründung 1999 führt und zum Jahresende abtritt, ist nun Australiens früherer Finanzminister John Fahey. Seine Wahl durch den Aufsichtsrat Mitte November in Madrid gilt als sicher, da die Frist für weitere Nominierungen abgelaufen ist. Nachfolger Lamours als Wada-Vize wird der Schwede Arne Ljungqvist, Leiter der Medizinischen Kommission des IOC, der auch ohne Gegenkandidat ist.

Auch Pound zeigte sich vom Verzicht Lamours enttäuscht: "Ich verstehe nicht, weshalb er es nicht auf eine Kampfabstimmung ankommen lassen wollte und Europa im Stich lässt, das ihn nominiert hat."

Das durch ein Spitzentandem Lamour-Ljungqvist drohende Übergewicht des alten Kontinents hatte zur Koalition von Nordamerika und Ozeanien geführt, die in letzter Minute Fahey nominierte.

Der 51-jährige Lamour, der 1984 und 1988 Gold im Säbelfechten gewann, fürchtete deshalb offenbar eine Niederlage gegen den 62-jährigen Australier, der zwar zu den wichtigen Organisatoren der Sommerspiele 2000 von Sydney gehörte, sich aber in der olympischen Bewegung und im internationalen Antidopingkampf bisher nicht profilierte.

© SID

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