Allgemein Sportpolitik
NOK und DSB stimmen Fusion zu

Der Weg zur Fusion zwischen dem Nationalen Olympischen Komitee (NOK) und dem Deutschen Sportbund (DSB) ist frei. Am Samstag stimmte nach der Vollversammlung des NOK auch der Bundestag des DSB dafür.

Im Kölner Maritim-Hotel hat zunächst die Vollversammlung des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) und anschließend der Bundestag des Deutschen Sportbundes (DSB) die Weichen für die Zukunft gestellt. Am Samstag wurde in der Domstadt die Fusion zum Deutschen Olympischen Sportbund (Dosb) beschlossen. Die Gründung ist für den 20. Mai 2006 in Frankfurt vorgesehen.

Der DSB stimmte am Nachmittag mit überwältigender Mehrheit von 535:40 Stimmen zu. Das waren rund 93 Prozent Ja-Stimmen. Im NOK war am Vormittag die erforderliche Dreiviertel-Mehrheit mit 109:29 erreicht worden, allerdings knapper als erwartet. Nötig gewesen waren mindestens 104 Ja-Stimmen. Während der Abstimmung im NOK eine längere, kontroverse Diskussion vorausging, meldete sich im DSB niemand mehr zu Wort. Im NOK blieben die Wintersportverbände bei ihrem Nein, im DSB lehnte neben ihnen der Landessportbund Hessen die Fusion ab. Die zusätzlichen Neinstimmen im NOK wurden unter den persönlichen Mitgliedern vermutet.

Bedenkenträger mit ins Boot holen

"Ich habe gewusst, dass es eng werden wird, am Erfolg aber nie gezweifelt", sagte NOK-Präsident Klaus Steinbach anschließend. "Man darf sich gar nicht vorstellen, was die Folgen von ein paar mehr Nein-Sagern gewesen wären", meinte DSB-Chef Manfred von Richthofen. "Nun kann der Sport als gesellschaftspolitisches Schwergewicht wachsen." Der Schreck über den knappen Ausgang im NOK war im Lager der Sieger schnell überwunden: "Nur das Ergebnis zählt", meinten IOC-Mitglied Thomas Bach und der Sporthilfe-Vorsitzende Hans Wilhelm Gäb übereinstimmend. "Es ist nun unsere Aufgabe, die Bedenkenträger in den nächsten Monaten ins Boot zu holen", erklärte Steinbach. "Die Türen für Verbesserungen stehen doch offen", sagte dazu DSB-Vize Ulrich Feldhoff.

Zu den engagiertesten Befürwortern hatte Theo Zwanziger gezählt, der geschäftsführende DFB-Präsident: "Wir gehören alle zusammen", rief er den Fusionskritikern zu. "Ohne Olympia wäre der Sport sehr viel ärmer, aber wir brauchen auch die Landessportbünde für die Breite. Die Fußballer werden auf dem gemeinsamen Weg nicht nur heute an ihrer Seite sein."

Olympische Verbände haben die Mehrheit

Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik wird damit der Sport unter einem Dach vereinigt. Das NOK war am 24.9.1949 gegründet worden, der DSB am 10.12.1950 - auf den Tag genau 55 Jahre vor dem Auflösungsbeschluss von Köln. Ein erster Vorstoß des DSB zur Vereinigung war 1996 vom NOK abgelehnt worden. Im neuen Dachverband haben die olympischen Verbände gemäß IOC-Charta die Mehrheit in Vollversammlung und Präsidium und im olympischen Bereich das alleinige Sagen. Dagegen hatten sich die Landessportbünde im DSB lange gewehrt.

Der erste Präsident des Dosb soll durch eine Fünfer-Kommission gefunden werden, die gemeinsam von NOK und DSB bis zum 21. Dezember berufen wird. Sie soll ihren Vorschlag aber erst im März an die Öffentlichkeit bringen, um die Vorbereitung auf die Winterspiele von Turin nicht zu belasten. Die Kandidaten für die weiteren Spitzenpositionen soll das Gremium suchen. Ziel ist eine möglichst breite Berücksichtigung aller Gruppierungen der Sportfamilie. Als Wunschkandidat für die Präsidentschaft gilt IOC-Mitglied Thomas Bach. Allerdings hat der Tauberbischofsheimer bislang nicht erkennen lassen, ob er zur Verfügung steht.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%