Allgemein Sportpolitik
Ohne Nada-Code fließt bald kein Geld mehr

Bei der Dosb-Mitgliederversammlung unterstrich Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble noch einmal, dass es für Verbände ohne Nada-Code bald keine Fördergelder mehr geben wird.

Mehr Geld von der Basis, mehr Druck von der Politik beim Anti-Doping-Kampf: Der Deutsche Olympische Sportbund (Dosb) hat bei seiner 4. Mitgliederversammlung in Rostock-Warnemünde eine Beitragserhöhung von jährlich sieben Cent ab 2010 auf den Weg gebracht. Zugleich müssen jedoch Verbände, die die Anti-Doping-Bestimmungen nicht einhalten, mit der Streichung von Fördermitteln durch das Bundesinnenministerium rechnen.

"Die Umsetzung des neuen Nada-Codes ist zukünftig die Voraussetzung für die finanzielle Unterstützung", erklärte Innenminister Wolfgang Schäuble vor den 230 Delegierten. Seit dem Fall von Eishockey-Nationalspieler Florian Busch ist das BMI alarmiert. Der Berliner konnte nach einer verweigerten Dopingkontrolle nicht gesperrt werden, weil der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) den Nada-Code zum damaligen Zeitpunkt noch nicht umgesetzt hatte. Der neue Code gilt ab 1. Januar 2009.

Personalkosten werden unter die Lupe genommen

Schäuble sagte dem Sport die volle Unterstützung der Bundesregierung zu, wies zugleich aber auf die "Begrenztheit der Mittel" hin. Sein Haus gibt 2 009 142 Mill. Euro für den Sport (plus 15 Millionen), insgesamt beträgt die Sportförderung des Bundes im kommenden Jahr 230 Mill. Euro (2008: 217,7). "Sport macht unser Land liebenswert und das Leben lebenswerter", begründete der CDU-Politiker das Engagement.

Angesichts der Diskussion um die Beitragserhöhung mahnte der Minister, die öffentliche Förderung dürfe maximal zur Hälfte in Personal fließen. Landesverbände und Spitzenverbände hatten im Vorfeld der Tagung vom Dosb gefordert, seine hohen Personalkosten (2007: 9,2 Mill. Euro) unter die Lupe zu nehmen.

Zusätzliche Einnahmen sollen Defizit ausgleichen

Das Dosb-Präsidium war mit dem Vorschlag einer Verdopplung des seit 1978 unveränderten Jahresbeitrags um elf auf 22 Cent nach Rostock gekommen. Am Vorabend kam dann die Einigung mit Spitzenverbänden und Landessportbünden auf eine Erhöhung um sieben Cent ab 2010 auf 18 Cent zustande. Über eine zweite Stufe soll eine Arbeitsgruppe beraten. "Das Ergebnis zeigt, dass sich alle Seiten bewegt haben", sagte Rolf Müller, Sprecher der Landessportbünde.

Mit den zusätzlichen Einnahmen will der Dachverband, der 27 Mill. Mitglieder hat, sein strukturelles Defizit von jährlich 1,5 bis zwei Mill. Euro ausgleichen. Seit seiner Gründung im Jahr 2006 schrumpften die Rücklagen von 11,3 Mill. auf jetzt sieben Mill. Euro, wovon allerdings nur drei Mill. liquide Mittel sind. Ohne Beitragserhöhung hätte dem Dosb in den nächsten Jahren der finanzielle K.o. gedroht.

Vesper warnt vor "famosem Ruhekissen"

Dosb-Präsident Thomas Bach rief das "Parlament des deutschen Sports" auf, sich von der weltweiten Wirtschaftskrise nicht entmutigen zu lassen: "Stellen wir uns dieser Krise mit dem Selbstbewusstsein, dass wir im Sport nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung sind", erklärte er.

Die vorgelegte 260-seitige Bilanz der Sommerspiele von Peking nahm Dosb-Generaldirektor Michael Vesper zum Anlass für eine Warnung: "Der fünfte Platz in der Nationenwertung darf nicht zu einem famosen Ruhekissen werden. Die internationale Konkurrenz schläft nicht."

Schäuble bemerkte kritisch, man dürfe sich "nicht von der Farbe der Medaillen blenden lassen". Die Gesamtzahl war auf 41 gesunken, die der Goldenen aber auf 16 gestiegen. Die Verbände müssten stärker die Hilfe der Sportwissenschaft in Anspruch nehmen. Deshalb werden das Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) in Leipzig und das Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) in Berlin 2009 finanziell besser gestellt. Die 5. Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (Dosb) findet 2009 in Düsseldorf statt. Als Termin wurde der 5. Dezember festgelegt.

© SID

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