Allgemein Sportpolitik
Streit um Sportwetten geht in die nächste Runde

Vor dem Start in die neue Saison der Fußball-Bundesliga eskaliert der Streit um das Geschäft mit Sportwetten. Sachsens Innenministerium plant nach Angaben der Süddeutschen Zeitung den Konzessions-Entzug von betandwin.

Die Politik lässt im Streit um das Geschäft mit den Sportwetten die Muskeln spielen. Sachsens Innenministerium will nach Informationen der Süddeutschen Zeitung (Mittwochausgabe) in Abstimmung mit den anderen Landesregierungen dem deutschen Ableger des internationalen Sportwetten-Anbieters betandwin spätestens am Donnerstag die Konzession entziehen.

Betandwin soll außerdem verboten werden, via Internet Wetteinsätze aus Deutschland anzunehmen. Dem österreichischen Konzern, der mit einer Gewerbeerlaubnis aus der ehemaligen DDR agiert, will seinerseits 500 Mill. Euro Schadenersatz verlangen und das Staatsmonopol mit Hilfe des Internets unterlaufen.

Das Innenministerium in Dresden teilte der SZ auf Anfrage mit, man habe der in Sachsen ansässigen deutschen Tochtergesellschaft von betandwin bereits im Juli eine "Untersagungsverfügung angekündigt" und prüfe nun die nächsten Schritte. Die österreichische AG ist mit 50 Prozent an dem sächsischen Ableger beteiligt.

Der Konzessionsentzug soll bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Dresden bekannt gegeben werden. Das Land Sachsen will sich darauf berufen, dass das Bundesverfassungsgericht Ende März in einem Grundsatzurteil ein staatliches Wettmonopol unter bestimmten Voraussetzungen für zulässig erklärt hatte und dieses nun rigoros durchsetzen.

Der Vorstandsvorsitzende von betandwin, Norbert Teufelberger, sprach von "Willkür". Offenbar sollten die Geschäfte von betandwin gezielt zum Start der Bundesliga gestört werden. Teufelberger sagte der SZ, das vorgesehene Verbot verstoße gegen europäisches Recht. Man werde via Internet und auf der Grundlage einer Lizenz aus Gibraltar weiter Wetteinsätze aus Deutschland annehmen und so das "nicht haltbare" Oddset-Monopol unterlaufen.

Teufelberger erklärte, man habe dem Land Sachsen vorsorglich bereits hohe Schadensersatzforderungen angekündigt. Es gehe um mindestens 500 Mill. Euro. Die mit insgesamt 30 Mill. Euro dotierten Sponsorenverträge mit Werder Bremen, 1 860 München und anderen Fußballklubs sowie mit Vereinen und Ligen von Handball, Basketball und Eishockey müssten bei einer "willkürlichen Störung" des Geschäftsbetriebs außerdem überprüft werden.

Der "Sportwetten-Gipfel" des deutschen Sports ist unterdessen für den 22. August in Frankfurt/Main angesetzt worden. Im Haus des Sports soll versucht werden, die unterschiedlichen Auffassungen vor allem zwischen Fußball und dem übrigen Sport auszuräumen. Es geht um die Frage, wie der Sport die ihm aus dem gesamten Glücksspielbereich zufließenden Mittel künftig noch sichern kann. Zuletzt waren das 530 Mill. Euro pro Jahr.

© SID

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