Alois Vogl startet durch: Spätstarter träumt von olympischen Edelmetall

Alois Vogl startet durch
Spätstarter träumt von olympischen Edelmetall

15 Weltcup-Jahre hat es gebraucht, bis Alois Vogl seinen ersten Sieg einfuhr. Viele Hürden hat er überwunden. Jetzt strebt der Spätstarter nach mehr: "Ich werde nicht sagen: Ich möchte Vierter werden", gibt sich der 33-Jährige selbstbewusst.

HB INNSBRUCK. Bei seiner Olympia-Premiere will der 33 Jahre alte Skirennläufer Alois Vogl hoch hinaus. "Ich werde nicht sagen: Ich möchte Vierter werden. Es ist doch ganz normal, dass ein Sportler mit einer halbwegs vernünftigen Einstellung Medaillen holen will", sagt der Slalom-Spezialist aus Zwiesel. Seit seinem Sieg beim Klassiker in Wengen vor gut einem Jahr in seiner damals 15. Weltcup- Saison wird der Familienvater in der Alpin-Szene als Geheimtipp gehandelt. Nach einer von Verletzungen beeinträchtigten Vorbereitung wiederholte er jüngst am Lauberhorn seine Leistung mit Platz drei.

Trotzdem ist er mit sich selbst noch nicht zufrieden: "Zur Zeit bin ich noch nicht da, wo ich sein könnte. Aber die Richtung stimmt." In Turin im Februar wird Vogl trotz seiner bereits 33 Jahre zum ersten Mal bei Winterspielen an den Start gehen. Zwar hatte er auch vor Nagano 1998 die Norm erfüllt, doch drei Tage vor dem Olympia- Slalom brach er sich im Training in Japan den Ellenbogen. Und vor der Weltmeisterschaft in Bormio im Vorjahr konnte der Polizeiobermeister wegen einer Augenverletzung nicht starten. Dabei war er so gut in Form gewesen und hatte sich so viel vorgenommen.

In der Saison 2003/2004 durfte Vogl im Weltcup nur weiterfahren, weil er 10 000 Euro Kaution an den Deutschen Ski-Verband (DSV) bezahlt hatte. Das Geld wurde zurückgezahlt, auch wenn Vogl den geforderten Sprung unter die Top 15 der Slalom-Gesamtwertung nicht schaffte. Cheftrainer Werner Margreiter sah einen Aufwärtstrend und machte sich seinerzeit für den Oldie stark. Es war die richtige Motivationshilfe, denn einen Winter später zahlte Vogl den Vorschuss dank seines Wengen-Sieges und Platz fünf im Slalom-Weltcup zurück.

Doch im Olympia-Winter lief nicht alles nach Plan. Wegen einer Eiweißallergie musste Vogl, der in der Saison 2004/2005 dem Deutschen Ski-Verband (DSV) den ersten Slalom-Erfolg im Weltcup seit 14 Jahren beschert hatte, seine Ernährung umstellen. "Die Vorbereitung lief einfach nicht so. Im Herbst bin ich so gestürzt, dass ich gleich vier Wochen außer Gefecht war." Doch nun kann Turin für Vogl kommen.

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