Am Samstag beginnt die 92. Tour de France
Die letzte Armstrong-Jagd

Seit seinem Gewinn der Frankreich-Rundfahrt im Jahr 1997 bleibt Jan Ullrich ein ewiges Versprechen. Mit einem Triumpf über Lance Armstrong bei der diesjährigen Tour, könnte er sich und seine Fans endlich erlösen. Es ist seine letzte Chance.

HB CHALLANCE. Der Fußball ruht, das Rad kommt in Schwung. Kaum sind die brasiliansichen Siegesfeiern nach dem Confederations Cup beendet, rückt das bedeutendste Radrennen der Welt in den Mittelpunkt. Morgen starten die Profis in die 92. Auflage der Tour de France. Jede Große Schleife ist eine besondere. Doch in diesem Jahr steigt letztmalig das Duell Jan Ullrich gegen Lance Armstrong. Am 24. Juli, wenn alle Strapazen beendet sind, beendet auch der Texander seine Karriere. Der vier Mal an ihm gescheiterte Jan Ullrich hat deshalb nur noch ein Mal die Chance, zu beweisen, dass Armstrong nach sechs Siegen in Serie doch bezwingbar ist.

Zumindest auf der 7. und 8. Etappe genießt Ullrich auf dem Weg nach Karlsruhe und von Pforzheim Heimvorteil. Eingefleischte Ullrich-Fans wie sein jahrelanger Betreuer Rudy Pevenage sind sicher, dass der T-Mobile-Kapitän auf seinen zweiten Toursieg nach 1997 zusteuert. Andere Experten favorisieren Armstrong - ebenso wie alle Buchmacher. "Armstrong ist der große, große Favorit. Bei Ullrich würde ich gerne sehen, dass er diesmal stärker ist", urteilte sein alter Team-Kapitän und Vorgänger als Toursieger, Bjarne Riis. Der Däne hat mit dem Vorjahres-Dritten Ivan Basso aus Italien, der sich im Zeitfahren stark verbesserte, als CSC-Teamchef selbst einen Joker im Ärmel. Ullrichs Team-Kollege Erik Zabel, zum ersten Mal seit 1995 nicht dabei, verzichtete auf einen Tour-Tipp. Radsport-Fan und Ex-Minister Rudolf Scharping hofft, "dass es Jan schafft". Der ehemalige Sprinter Marcel Wüst prophezeit dagegen drei Wochen Langeweile: "Es läuft wie immer - Armstrong gewinnt." Aber er warnt Ullrich und den Titelverteidiger besonders vor T-Mobiles Nummer zwei, Alexander Winokurow. Der Tour-Dritte von 2003 wird das Bonner Team wahrscheinlich verlassen, um im nächsten Jahr bei Discovery Channel Armstrongs Platz einzunehmen.

Der Texaner lebt für die ganz besonderen, kaum fassbaren Rekorde: Als geheilter Krebspatient gewann er 1999 seine erste Tour. Im Vorjahr triumphierte er als erster Profi in 101 Jahren Tour-Geschichte zum sechsten Mal, jetzt will er ungeschlagen seine Tour-Karriere beenden. Mehr Angst als vor dem Tod habe er vor dem Verlieren, sagt Armstrong, der nach dem Sport in die Politik wechseln will.

Beim Perfektionisten aus Texas war in der Vorbereitung Sand im Getriebe. Erst spät entschied er sich überhaupt zum Tour-Start. Inzwischen vermeldet er, er fühle sich in Form und motiviert wie selten. Mit Rang vier bei der Dauphiné bringt Armstrong die gleiche Referenz mit zur Tour wie 2004. Allerdings stand er in den vergangenen sechs Jahren noch nie - wie dieses Mal - ohne einen einzigen Saisonsieg am Start. Ullrich wirft einen Sieg beim Zeitfahren der Tour de Suisse in die Waagschale. Der Kampf gegen die Uhr könnte der Schlüssel zum Tour-Erfolg 2005 werden.

Quelle: NEWS

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%