
KölnDavid Beckham ist ein begnadeter Sportler: Obwohl er mit 36 Jahren längst im Fußball-Rentenalter ist, hat er Los Angeles Galaxy gerade zur US-Meisterschaft geführt. Der Klub hat nun seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert hat, doch die Amerikaner interessiert vielmehr ein ganz anderer Coup: Beckham wird am Sonntag den wohl meistgesehensten Fernsehauftritt seiner US-Karriere hinlegen. Beim Super Bowl zieht er sich als Unterwäsche-Model in einem Werbespot für H&M aus. Der Modehersteller hat den weltweiten Verkaufsstart der „David Beckham Bodywear Collection“ für Anfang Februar angekündigt.
Hartgesottene Footballfans regen sich bereits massenweise über die Werbekampagne auf. Fußball gilt in den USA vorwiegend als Sport für Schulmädchen, und Beckham ist weniger als Sportler denn als Modeikone und Beiwerk seiner Frau Victoria „Posh Spice“ bekannt. Der metrosexuelle Engländer passt nicht zum Super Bowl – eine uramerikanische, meist von knapp bekleideten Frauen begleitete Veranstaltung, inklusive Nationalhymne, Hamburger und Hot Dogs.
Doch das Football-Finale geht neue Wege. Der Super Bowl werde zunehmend zum globalen Event, sagt Tim Calkins, Marketingprofessor an der Kellogg School of Management. „Es ist kein Zufall, dass H&M den Launch der Beckham-Kollektion perfekt mit dem Super Bowl abgestimmt hat.“ Amerikas liebstes Sportevent beginne, die globale Marketingindustrie zu prägen. „Vermarkter bringen neue Produkte immer häufiger mit einem weltweiten Verkaufsstart auf den Markt“, sagt Calkins. „Diese Dynamik wird den Super Bowl noch wertvoller für globale Marken machen.
6 Prozent mehr Amerikaner melden sich am Tag nach dem Super Bowl krank.
20 Prozent mehr Kopfscherztabletten werden am Montag nach dem Finale abgesetzt. In den USA spricht man von "Super Bowlitis".
50 Millionen Dollar werden in diesem Tag in Essen investiert. Für die Nahrungsmittelindustrie ist der Super Bowl nach Thanksgiving der zweitwichtigste Tag im Jahr.
120 Millionen Liter Bier fließen die durstigen Kehlen hinunter, damit die Chips und das Popcorn nicht zu trocken sind.
150 Millionen Fans in der Spitze und 111 Millionen Fans im Schnitt sehen das Spektakel in den USA an den heimischen TV-Geräten. Weltweit schauen sogar 800 Millionen Menschen zu. Unter den TopTen der TV-Übertragungen mit den meisten Zuschauern in den USA sind acht Super-Bowl-Partien.
150 goldene mit mit Diamanten besetzte Super-Bowl-Ringe werden jährlich an das Siegerteam verteilt. Der Wert eines Rings beträgt in etwa 5000 Dollar.
206 Millionen Dollar generiert die NFL am Super-Bowl-Sonntag. Ein 30-Sekunden-Spot kostet bis zu drei Millionen Dollar. Doch die Firmen zahlen gerne und produzieren ihre Werbungen eigens für den Super Bowl.
250 Millionen Dollar werden von den Fans in Super-Bowl-Fanartikel gesteckt.
600 Dollar kostet ein Parkticket rund um das Lucas Oil Stadium in Indianapolis.
700 Dollar zahlt man für ein Ticket beim Public Viewing vor dem Stadion.
2000 Dollar kostet die billigste Eintrittskarte. Nach oben sind dem Preis-Wahnsinn kaum Grenzen gesetzt. Für eine feine Loge blättert man schnell mal sechsstellige Beträge hin.
4000 Tonnen Popcorn verschlingen die Amerikaner am Super-Bowl-Sonntag.
14.000 Tonnen Chips werden darüber hinaus noch vertilgt.
20.000 Tonnen Guacamole (Avocado-Dip) werden zubereitet, damit die Chips auch ordentlich eingetunkt werden können. Das entspricht im Avocado-Anbau etwa 222.792 Football-Feldern.
25.000 Dollar kostst die Vince-Lombardi-Trophy, die im Super Bowl ausgespielt wird. Ihr ideeller Wert ist natürlich unbezahlbar.
„Super Bowl Sunday“ für den Weltmarkt? Tatsächlich interessiert sich auch das Ausland zunehmend für Amerikas inoffiziellen Feiertag. Haupttreiber sind dabei weniger die Teams – in diesem Jahr spielen die New York Giants und die New England Patriots die Meisterschaft aus –, sondern das Internet und die Werbepartner der Veranstaltung. Denn sie geben viel Geld für teure Fernsehspots aus, die sie eigens für das Endspiel produzieren – und sorgen darum auch für mehr Online-Wirbel um ihre Meisterstücke als je zuvor.
Tja, mein Lieber: Hier nun der rückblicken Bericht von Bild-Online: "(...) mit der Übertragung des Super Bowls hat Sat.1 sich und seinen Zuschauern keinen Gefallen getan. Viele Fans, die sich die Nacht um die Ohren schlugen, reagierten völlig genervt (...) Als absoluten Nerv-Faktor empfanden weite Teile des Publikums die (...) gigantische Anzahl der Werbe-Unterbrechungen."
Ich kann Amis gut verstehen, dass sie auf American Football stehen. Sie sind ja damit auch aufgewachsen. Aber mal ganz ehrlich: Die ganzen Medien berichten nicht mal jedes Spiel von NFL. Wenn es nur um Super Bowl geht, dann berichten alle Medien auf einmal, als wäre dieser Sport sowas von seit Jahrzenten beliebt.
American Football ist ein HYPE außer Amerika.
Ich verstehe einfach nicht, warum so viele Werbungen für Super Bowl gemacht werden.
Das letzte Champions League Finale wurde mehr geguckt als letzte Super Bowl Show.
Außerdem geht es bei Super Bowl nicht nur um Sport, sondern auch um Show, Entertaining etc., also um mehr Schein als Sein.
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