American Football: Die Super-Geldmaschine

American Football
Die Super-Geldmaschine

Es ist ein Event der Superlative: Wenn beim Super Bowl, dem Finale der American-Football-Liga NFL, heute Nacht die New York Giants auf die New England Patriots treffen, ist das nicht nur sportlich ein Großereignis. Amerikas liebstes Sportevent ist längst ein Milliardengeschäft, dem zunehmend globale Bedeutung zukommt – und das schon vor dem Kickoff.
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KölnDavid Beckham ist ein begnadeter Sportler: Obwohl er mit 36 Jahren längst im Fußball-Rentenalter ist, hat er Los Angeles Galaxy gerade zur US-Meisterschaft geführt. Der Klub hat nun seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert hat, doch die Amerikaner interessiert vielmehr ein ganz anderer Coup: Beckham wird am Sonntag den wohl meistgesehensten Fernsehauftritt seiner US-Karriere hinlegen. Beim Super Bowl zieht er sich als Unterwäsche-Model in einem Werbespot für H&M aus. Der Modehersteller hat den weltweiten Verkaufsstart der „David Beckham Bodywear Collection“ für Anfang Februar angekündigt.

Hartgesottene Footballfans regen sich bereits massenweise über die Werbekampagne auf. Fußball gilt in den USA vorwiegend als Sport für Schulmädchen, und Beckham ist weniger als Sportler denn als Modeikone und Beiwerk seiner Frau Victoria „Posh Spice“ bekannt. Der metrosexuelle Engländer passt nicht zum Super Bowl – eine uramerikanische, meist von knapp bekleideten Frauen begleitete Veranstaltung, inklusive Nationalhymne, Hamburger und Hot Dogs.

Doch das Football-Finale geht neue Wege. Der Super Bowl werde zunehmend zum globalen Event, sagt Tim Calkins, Marketingprofessor an der Kellogg School of Management. „Es ist kein Zufall, dass H&M den Launch der Beckham-Kollektion perfekt mit dem Super Bowl abgestimmt hat.“ Amerikas liebstes Sportevent beginne, die globale Marketingindustrie zu prägen. „Vermarkter bringen neue Produkte immer häufiger mit einem weltweiten Verkaufsstart auf den Markt“, sagt Calkins. „Diese Dynamik wird den Super Bowl noch wertvoller für globale Marken machen.

„Super Bowl Sunday“ für den Weltmarkt? Tatsächlich interessiert sich auch das Ausland zunehmend für Amerikas inoffiziellen Feiertag. Haupttreiber sind dabei weniger die Teams – in diesem Jahr spielen die New York Giants und die New England Patriots die Meisterschaft aus –, sondern das Internet und die Werbepartner der Veranstaltung. Denn sie geben viel Geld für teure Fernsehspots aus, die sie eigens für das Endspiel produzieren – und sorgen darum auch für mehr Online-Wirbel um ihre Meisterstücke als je zuvor.

Kommentare zu " American Football: Die Super-Geldmaschine"

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  • Tja, mein Lieber: Hier nun der rückblicken Bericht von Bild-Online: "(...) mit der Übertragung des Super Bowls hat Sat.1 sich und seinen Zuschauern keinen Gefallen getan. Viele Fans, die sich die Nacht um die Ohren schlugen, reagierten völlig genervt (...) Als absoluten Nerv-Faktor empfanden weite Teile des Publikums die (...) gigantische Anzahl der Werbe-Unterbrechungen."

  • Interessiert mich nicht die Bohne.

  • Ich kann Amis gut verstehen, dass sie auf American Football stehen. Sie sind ja damit auch aufgewachsen. Aber mal ganz ehrlich: Die ganzen Medien berichten nicht mal jedes Spiel von NFL. Wenn es nur um Super Bowl geht, dann berichten alle Medien auf einmal, als wäre dieser Sport sowas von seit Jahrzenten beliebt.

    American Football ist ein HYPE außer Amerika.
    Ich verstehe einfach nicht, warum so viele Werbungen für Super Bowl gemacht werden.
    Das letzte Champions League Finale wurde mehr geguckt als letzte Super Bowl Show.

    Außerdem geht es bei Super Bowl nicht nur um Sport, sondern auch um Show, Entertaining etc., also um mehr Schein als Sein.

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