American Football NFL
Beeindruckende Favre-Serie reißt nach 297 Spielen

Brett Favre stand bei der Niederlage gegen die New York Giants nach 297 Spielen in Serie erstmals nicht auf dem Feld. Der Quarterback des NFL-Klubs Minnesota Vikings war verletzt.

George Bush führte die USA als Präsident, Sharon Stone ließ im Kino ihren "Basic Instincts" freien Lauf und Steve Young war der Star der National Football League: Als Brett Favre am 27. September 1992 zum ersten Mal in der Startformation eines NFL-Teams stand, schlugen die Uhren noch ein wenig anders. 296 Spiele, Dramen, Tragödien sollten für Favre folgen. Wenn seine jeweilige Mannschaft auflief, fehlte der Quarterback nie. Er war der "Eisenmann" - bis zum Montagabend. Favre musste passen. Dieses Mal nicht den Ball. Seine Gesundheit verordnete ihm eine Zwangspause.

"Natürlich bin ich auf die 297 Spiele in Folge sehr stolz. Ich hatte einen tollen Lauf. Aber nun ist es eben aus und vorbei. Früher oder später musste es so kommen", meinte der Spielmacher, der das 3:21 der Minnesota Vikings gegen die New York Giants von der Seitenlinie verfolgen musste. Mit dickem Hals, schmerzender Schulter und warmer Wollmütze. Ob Favre jemals wieder in der NFL auflaufen wird, scheint fraglich. Drei Spiele stehen für die im Kampf um die Play-offs bereits chancenlosen Vikings noch auf dem Programm. Danach ist für Favre ohnehin Schluss.

"Ich werde nie wieder spielen, wenn ich meine Hand nicht spüren kann", sagte Favre. Was auf seine Zuhörer nur logisch wirkte, schien für den Quarterback eine neue Erkenntnis. Fast jeder Knochen, jedes Band in seinem Körper sendete in den vergangenen 18 Jahren nicht nur einmal Warnsignale. Doch Favre wollte nicht hören. Er konnte es nicht. Sein unbändiger Ehrgeiz trieb den mittlerweile 41-Jährigen immer wieder an.

Siege und Schmerzmittel

Neben einem Super-Bowl-Sieg, drei Ehrungen zum "wertvollsten Spieler" der NFL und zahlreichen Pass-Rekorden steht für Favre in seiner langjährigen Karriere auch eine vorübergehende Abhängigkeit von Schmerzmitteln zu Buche. Vor den Vikings trug er die Trikots der Atlanta Falcons, der Green Bay Packers und der New York Jets. Dass ihn auf der Zielgeraden seiner Laufbahn nun doch eine Verletzung vorzeitig stoppen könnte, ist für viele Beobachter undenkbar.

"Ich hoffe, dass es nicht so kommt", meinte Vikings-Interimscoach Leslie Frazier. Zumal Favre selbst für seine Kritiker im sonst oft so schnelllebigen Alltag eine verlässliche Komponente war. Wer während der NFL-Saison in den USA den Fernseher einschaltete, sah den Spielmacher am Sonntagnachmittag garantiert irgendwo werfen, laufen oder springen. Wenn auch zuletzt ein wenig langsamer als noch in den vorangegangenen Jahren.

"Es ist ein Privileg, eine der größten Leistungen in der Sportgeschichte miterlebt zu haben. Ich ziehe den Hut vor Brett", twitterte Golfstar Tiger Woods und huldigte Favre für seine 297 Spiele in Folge. Es dürfte ein Rekord für die Ewigkeit bleiben. Von allen NFL-Spielmachern kann nur Peyton Manning halbwegs Schritt halten. Der Quarterback der Indianapolis Colts stand bis zum vergangenen Wochenende 205-mal ohne Pause in der Startformation seines Teams. Um Favre zu erreichen, müsste der 34-Jährige dem Druck über mehr als fünf weitere Spielzeiten standhalten.

Favre ist diese Last nun genommen. "Ziele, Träume - ich habe meine eigenen Erwartungen weit übertroffen. Wenn ich zurückschaue, bliebt keine Frage unbeantwortet", sagt der Altstar und wirkt mit sich im Reinen. Auch eine Schulterverletzung kann den Unbeugsamen nicht mehr aus der Bahn werfen.

© SID

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