American Football NFL
"Comeback Kid" Joe Montana wird 50

In Joe Montana wird heute der wahrscheinlich "beste Quarterback aller Zeiten" 50 Jahre alt. 14 Jahre lang war der Star-Spieler beim NFL-Team San Francisco 49ers das Synonym für Erfolg.

Eine lebende Legende darf feiern: "Der beste Quarterback aller Zeiten" wird 50. Als ein US-Fernsehsender vor einigen Wochen Amerikas Sportfans zur Abstimmung bat, war die Vergabe dieses simplen wie prestigeträchtigen Titels bestenfalls Formsache. Das Mutterland des Footballs brauchte nicht lange zu überlegen, um für jenen Mann zu votieren, der wie kein anderer Spuren in den Geschichtsbüchern seiner Sportart hinterließ. Joe Montana erhielt mit 1,2 Mill. Stimmen doppelt soviel Votierungen wie seine Konkurrenz im Kollektiv. Heute vollendet er sein 50. Lebensjahr.

Andere hatten schnellere Beine, stärkere Wurfarme oder ein genaueres Auge. Doch als ein gewisser Joseph Clifford Montana Jr. in der High School vom Baseball zum Football wechselte, erkannte sein Coach Jeff Petrucci schnell, was wenig später regelmäßig ein ganzes Land in kollektive Ekstase versetzen sollte: "Joe hat das Herz eines Champions. Er ist der geborene Quarterback. Gott muss seine Hand im Spiel gehabt haben."

Der "Göttliche" brauchte nicht lange auf seinen Durchbruch zu warten. Nach einer verheißungsvollen Karriere im College-Team von Notre Dame wählten ihn die San Francisco 49ers in der Talentsichtung von 1979. Schon zwei Jahre später führte Montana die "Goldhelme" in die erste von vier Super Bowls. An deren Ende stand jeweils dasselbe Ergebnis: San Francisco triumphierte, Montana war der umjubelte Matchwinner.

Legendärer Auftritt im Super Bowl 1989

Das Rezept zum Erfolg war einzigartig wie spektakulär. Wo sich andere hilflos dem Schicksal ergaben, wartete Montana mit dem Rücken zur Wand mit dem einzigen genialen Spielzug auf, der seinem Team aus der Bredouille verhalf. Legendär sein Auftritt in der Super Bowl von 1989, als er drei Minuten vor Schluss bei einem Rückstand von drei Punkten seinen Lieblingsschauspieler John Candy auf den Rängen entdeckte. "Schau, John Candy ist da. Jetzt dürfen wir nicht mehr verlieren", raunzte er seinem verdutzten Mannschaftskameraden Harris Barton zu. In den kommenden 120 Sekunden zementierte Montana mit 92 Yards Raumgewinn - darunter dem siegbringenden Touchdown gegen die Cincinnati Bengals - seinen Ruf des "Comeback Kid".

31 Mal führte er die 49ers nach einem Rückstand im Schlussviertel noch zum Sieg. Die Statistik der Westküstler führt ihn noch heute in zwölf Kategorien als Rekordhalter - darunter u.a. 2 929 von 4 600 komplettierter Pässe, 35 142 Yards Raumgewinn und 244 Touchdowns. 44 Touchdowns und 5 772 geworfene Yards in den Play-offs bedeuten zudem Rekord in der National Football League (NFL). Zumindest Grund genug für das Städtchen Ismay im US-Bundesstaat Montana, sich vor einigen Jahren kurzfristig in "Joe, Montana" umzubenennen.

Auch Verletzungen konnten Star-Quarterback nicht stoppen

Trotz einer Rückenoperation, zweier Handbrüche und diverser Ellbogenverletzungen stand der Name Montana 14 Jahre lang als Synonym für den Erfolg der San Francisco 49ers. Als der Verein 1993 einen jungen Nachwuchsstar namens Steve Young verpflichtete, musste jedoch selbst der beste Quarterback des Planeten Bekanntschaft mit der brutalen Realität im US-Sport machen. Alternd und sportlich nicht mehr voll auf der Höhe wurde er nach Kansas City abgeschoben, wo Montana nach zwei Spielzeiten ohne Titel seine einmalige Karriere beendete. "Ich hätte noch ein oder zwei Jahre Football in mir gehabt. Aber ich will den Fans nicht als abgehalfteter Ex-Star in Erinnerung bleiben", zeigte er ein letztes Mal seine Klasse.

Das enttäuschende Karriereende hinterließ Spuren. Obwohl Montana mit seiner dritten Frau Jennifer und seinen vier Kindern heute nach wie vor in Nord-Kalifornien residiert, spielt Football keine große Rolle mehr in seinem Leben. Stattdessen kümmert er sich um seine Pferdezucht und versucht sich mit dem Wein "Montgala" als Winzer.

Als die NFL bei der diesjährigen Super Bowl sämtliche zum wertvollsten Spieler der letzten 40 Endspiele gekürten Ex-Stars präsentierte, glänzte der dreifache Gewinner Montana deshalb für Insider wenig überraschend als einziger durch Abwesenheit. Während Montana seinen Schritt mit einem privaten Termin begründete, wollten Vertreter der US-Presse auch die bis zum heutigen Tag berüchtigte Geschäftstüchtigkeit des Spielmachers als Grund ausgemacht haben. Montana hätte 100 000 Dollar Antrittsgeld gefordert und damit die Liga, Ex-Kollegen und Fans verprellt.

© SID

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