American Football NFL Europa
Washington junior muss ohne Promibonus schwitzen

John David Washington trägt den berühmten Namen immer mit sich. Im Trainingslager der NFL Europa in Florida ist der Sohn des Hollywood-Stars Denzel aber nur einer unter vielen - ohne Promibonus.

Die Fragen nach seinem Vater gehören für John David Washington schon lange zum Alltag. "Er ist Schauspieler in Hollywood, ich bin Football-Profi - das sind zwei verschiedene Welten", sagt der Sohn des Oscar-Preisträgers Denzel Washington und lächelt: "Ich glaube nicht, dass er mir in meinem Job helfen kann."

Nur einer unter vielen

In der Tat: Der junge Mann mit dem prominenten Namen ist im Trainingslager der NFL Europa in Florida nur einer unter vielen, der um einen Platz im Kader kämpft - allerdings unter besonderer Beobachtung.

Denn Washington junior lockt nicht nur Sportjournalisten nach Tampa, sondern auch die Klatschreporter von Vanity Fair, Bunte oder SAT.1. Von Hollywood-Glanz spürt der 23-Jährige im Trainingsalltag in Florida allerdings wenig. Bei Temperaturen bis 30 Grad im Schatten schwitzt der Running Back mit seinen Teamkollegen der Hamburg Sea Devils und will den Trainern beweisen, dass er gut genug für das Abenteuer Europa ist.

Einen Promi-Bonus gibt es für Washington, der in der vergangenen Saison der Mutterliga NFL lediglich zum Trainingskader der St. Louis Rams gehörte, nicht. "Wir tun ihm keinen Gefallen, wenn wir ihn nehmen, nur weil er Denzels Sohn ist", stellt Uwe Bergheim, Chef der Europaliga, klar: "Damit würden wir eine enorme Last auf seine Schultern laden und unsere eigene Glaubwürdigkeit in Frage stellen."

Kein Freifahrtschein nach Hamburg

Auch wenn der PR-Effekt der Liga in ihrem Kampf um mehr Medienpräsenz, mehr Sponsoren und mehr Zuschauer sicher helfen würde, bekommt Washington junior keinen Freifahrtschein nach Hamburg. "Entweder ist er gut genug, dann spielt er. Oder er ist es nicht, dann bleibt er hier", sagt Bergheim und betont: "Die Show gibt es bei uns nur vor dem Spiel oder in den Unterbrechungen, aber nicht auf dem Feld."

So muss sich der nur 1,75m große Ballträger, der am traditionsreichen, aber in Sachen Football nur zweitklassigen Elite-College Morehouse studierte und spielte, gegen harte Konkurrenz durchsetzen. Und nach den Eindrücken aus dem Trainingslager steht Washington junior auf der Kippe. Entscheidet sich der neue Hamburger Headcoach Vince Martino am Samstagabend beim so genannten Cut gegen den Kalifornier, kann ihm auch der prominente Vater ("mein größter Fan") nicht mehr helfen.

Allerdings könnte, so wird im Vorbereitungscamp spekuliert, dann ein anderes Team der Europaliga zuschlagen. Möglicherweise, weil es auf der Running-Back-Position nicht so stark besetzt ist, oder eben doch, weil ein Hollywood-Star auf der Tribüne das Geschäft ankurbelt. Denn Denzel Washington, der die Football-Karriere seines Sohnes von Beginn an förderte, hat schon angekündigt: "Mein Großer ist mein Held. Ich versuche, mir alle Spiele anzusehen."

© SID

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