American Football NFL
Pittsburgh und Miami eröffnen die neue NFL-Saison

Mit der Begegnung zwischen den Pittsburgh Steelers und den Miami Dolphins wird heute die neue NFL-Saison eröffnet. Wegen der sportlichen Ausgeglichenheit gibt es auch in dieser Spielzeit keinen klaren Titel-Favoriten.

Für die Football-Fans in den USA hat das Warten endlich ein Ende: Wenn in der National Football League (NFL) heute Titelverteidiger Pittsburgh Steelers und die Miami Dolphins aufeinandertreffen, ist die Jagd nach dem "ledernen Ei" wieder eröffnet.

Mit einer nie dagewesenen Lawine von Live-Übertragungen bestätigt der Football im "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" eindrucksvoll seine Rolle als Nationalsport und Profitgarant für Vereine und Fernsehsender.

"Beste Saison aller Zeiten"

Wer am 4. Februar nächsten Jahres in Miami bei der Super Bowl XLI nach den Sternen greift, ist angesichts der seit Jahren vorherrschenden sportlichen Parität wieder einmal völlig offen. Umso mehr wird jenseits des Atlantiks jener Saison entgegengefiebert, die der Mediengigant NBC in bestem amerikanischem Understatement vorab schon einmal zur "besten aller Zeiten" deklarierte. Der kriselnde Olympiasender ist einer von vier Rechteinhabern, die der NFL in diesem Winter unglaubliche 3,2 Mrd. Dollar für die 20 Wochen lange Saison überweisen.

Der 53-prozentige Aufschlag gegenüber dem gerade ausgelaufenen Kontrakt spiegelt sich in der Anzahl der übertragenen Begegnungen wieder. In diesem Herbst flimmern die harten Jungs gleich an fünf Tagen die Woche in die Wohnzimmer, dazu sind die restlichen Begegnungen selbstverständlich im Bezahlfernehen zu verfolgen. Die Gefahr der Übersättigung stellt sich für den Medien-Experten David Carter nicht: "Immer wenn wir glauben, dass der Fan bereits jede Minute seiner Freizeit dem Football widmet, geben wir ihm mit noch mehr Übertragungen neue Motivation, den Garten nicht sauberzumachen oder den Hund nicht auszuführen."

Kameramann auf dem Spielfeld

Dank der innigen Liebesbeziehung des Amerikaners zu seinem Football wird der NFL vor allem am Wochenende jede Minute der werbeträchtigen "Prime Time" gewidmet. Und wem am Montag immer noch nicht der Appetit auf Touchdowns und Fieldgoals vergangen ist, kann sich beim Kabelsender Espn am Spitzenspiel "Monday Night Football" ergötzen - inklusive eines dreistündigen Vorprogramms und 30 Kommentatoren. Für den Freundschaftspreis von 1,1 Mrd. Dollar (für 16 Spiele) darf der Sportsender übrigens als erster Sender während der Timeouts einen Kameramann aufs Spielfeld schicken.

Der Fan befriedigt, Liga und Vereine gesund wie nie - da durfte sich NFL-Commissioner Paul Tagliabue gerade ruhigen Gewissens nach 17-jähriger Amtszeit in den Ruhestand verabschieden und das Zepter an seinen Nachfolger Roger Goodell übergeben. Dessen einzige Herausforderung besteht nun darin, ein Team im zweitgrößten Fernsehmarkt Los Angeles anzusiedeln, das seit 1995 von der NFL-Landkarte verschwunden ist.

Ausgaben für Werbung und Public Relations kann sich die Liga derweil sparen, zumal die Stars selbst in der Sommerpause die Gazetten beherrschten. Steelers-Quarterback Ben Roethlisberger zum Beispiel, der ohne Sturzhelm mit dem Motorrad verunglückte und dabei Karriere und Leben aufs Spiel setzte. Oder "Enfant Terrible" Terrell Owens, im Frühling von den Philadelphia Eagles geschasst und jetzt in den Startlöchern, die heile Welt des ehemaligen Abonnement-Meisters Dallas Cowboys durcheinanderzubringen. Im Spielerparadies Las Vegas heißt die meistgehörte Floskel deshalb 3:1. Es ist die Quote, dass Pittsburgh den Titel erfolgreich verteidigt und dass "T.O." innerhalb der ersten Saisonhälfte vom Verein abgemahnt wird.

© SID

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