America's Cup
Chinesischer Drache mit französischem Herzen

Abgeschlagen auf dem letzten Platz des Zwischenklassements der Test-Regatte des America's Cup liegt das China Team. Eins hat die Crew jedoch jetzt schon bewiesen: Der America's Cup, einst eine rein angelsächsische Angelegenheit, mutiert zu einem internationalen Anlass.

VALENCIA. Furcht einflößend sieht er aus, der Feuer speiende Drache, der seit kurzem knallrot auf dem gelben Bug der Cup-Jacht von China Team prangt. Das chinesische Zeichen für Stärke und Pracht soll den Gegnern Furcht und Angst einjagen. Dass die farbenprächtige Jacht im Rahmen der zehnten Test-Regatta des America's Cup Stricke zerreißen wird, darf jedoch bezweifelt werden. Denn das chinesische Team liegt im Zwischenklassement auf dem 12. und letzten Platz, neun Punkte hinter Team Germany.

Dennoch sorgten die Chinesen mit ihrer Teilnahme für ein Novum im ältesten Cup-Wettbewerb und bestätigten einen Trend, den das Schweizer Team Alinghi mit seinem sporthistorischen Sieg 2003 in Auckland eingeläutet hat. Der America's Cup, bis dato eine anglosächsische Angelegenheit, ist zu einem europäischen Anlass mutiert - mit einem potenten Ableger im asiatischen Raum.

Insbesondere das America's Cup Management (ACM), der Organisator des Cup-Anlasses in Valencia, freute sich über den unverhofften Zutritt zum größten Wirtschaftsmarkt der Welt. "Das ist ein sehr großer Schritt auf dem Weg, den Cup global weiter zu entwickeln," sagte ACM-Direktor Michel Bonnefous vor Jahresfrist nach der Unterzeichnung der Verträge. Mit einem großen Festanlass in Beijing unter dem Titel "China segelt in den America's Cup" machte die Firma ACM, zu hundert Prozent im Besitz des Alinghi-Bosses Ernesto Bertarelli, kürzlich Werbung in Sachen America's Cup. 400 Millionen Zuschauer, so der ACM-Pressetext, hätten den Anlass, bei dem zahlreiche bekannte Künstler aus dem Reich der Mitte auftraten, verfolgt.

Der Support des Cup-Organisators kam für das China Team gerade zur rechten Zeit. Hartnäckig hatte während der Wintermonate in Valencia das Gerücht die Runde gemacht, der asiatische Herausforderer stehe vor dem finanziellen Kollaps. Das hätte für Alinghi-Boss Bertarelli, der den Cup zu einem Weltereignis machen will, einen herber Rückschlag und für China einen Gesichtsverlust bedeutet.

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