America’s Cup
Die Kielfinne bleibt verborgen

Das Team BMW Oracle präsentiert in Valencia seine neueste Jacht für den America?s Cup. Auffällig sind das 500 Quadratmeter große Spinnaker und der 33 Meter hohe Mast. Viele Fachleute sind dennoch enttäuscht.

VALENCIA. Spektakulär fährt das fast ausschließlich aus Kohlefaserwerkstoff konstruierte breite Boot aus einem Wasserfall vor. Auffällig sind das 500 Quadratmeter große Spinnaker und der 33 Meter hohe Mast. Das Team BMW Oracle präsentiert in Valencia seine neueste Jacht für den America?s Cup.

Aber viele Fachleute in dem 5600 Quadratmeter großen Mannschaftsgebäude am Hafen von Valencia sind dennoch enttäuscht. Die Kielfinne, der wichtigste Teil des Bootes, ist schamhaft verhüllt. Auch die deutschen Gäste ärgert das. Ist dies doch genau der Teil der hoch technischen Jacht, den BMW in Eisenach aus bestem Stahl produziert hat. "Die Kielfinne wird hydrodynamisch perfekt ausgestattet sein, mehr können wir nicht sagen", bedauert Raymond Freymann schmunzelnd, Geschäftsführer der BMW Forschung und Technik.

Drei Meter lang und eine Tonne schwer wird die Kielfinne sein. Wie sie mit dem Boot befestigt ist, wird auch nicht verraten. Die Vorgaben bei Gewicht, Länge und Breite des Bootes sind beim America?s Cup inzwischen sehr eng. "Da gibt es nur noch Unterschiede im Detail und in der Verlagerung des Gewichts", sagt BMW-Ingenieur Thomas Hahn.

Er arbeitet seit 2004 mit drei Kollegen in engem Austausch mit Bootsingenieuren in den USA zusammen: "Wir haben viel gelernt, aber wir haben auch viel zum Endprodukt beigetragen", sagt Hahn, der bisher in der Karosserie-Entwicklung tätig war.

Die Jacht mit dem Namen USA 87 wurde komplett per Computersimulation entworfen, womit BMW bei der Fahrzeugentwicklung bereits viele Erfahrungen gemacht hat. Der Unterschied zum Bootsbau: "Wir entwickeln gleichzeitig auch Prototypen. Bei der USA 87 haben wir das nicht gemacht. Da geht man direkt an die Grenzen und testet dann im offenen Meer. Das macht den Ingenieuren einen Heidenspaß", sagt Freymann.

Wenn BMW auch bei der Fahrzeugentwicklung auf Prototypen verzichten könnte, würde die Firma wahnsinnig viel Geld sparen: "Weniger Prototypen bei der Fahrzeugentwicklung wären schon gut."

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