America´s Cup in Valencia
Kanaldeckel mit hohem Verkaufswert

Im spanischen Valencia dreht sich 90 Tage lang alles ums Segeln – der America´s Cup macht Station. Wie wichtig er für die Mittelmeerstadt ist, sieht man auch an den runden und eckigen Kanaldeckeln im Hafen der drittgrößten Stadt des Landes.

VALENCIA. Sie wurden speziell angefertigt. Auf ihnen prangt die 156 Jahre alte Silberkanne wie auf einem alten Brief-Siegel. Irgendwann muss man die Deckel wahrscheinlich fest schweißen lassen, weil jemand auf die Idee kommen könnte, sie als originelle Erinnerungsstücke bei Ebay zu verscherbeln. Dem Cup, man kann ihm nicht entgehen, in der prosperierenden Mittelmeerstadt, die vor allem für ihre Kunst- und Kulturszene bekannt ist. Überall prangen riesige Plakate, die auf die Regatta aufmerksam machen.

„Eine 90 Tage lange Fiesta“ heißt es auf einem. Auch viele Sponsoren, die Teams wie Alinghi oder BMW Oracle unterstützen, nutzen die Aufmerksamkeit, die der Cup auf sich zieht, um ihre eigenen Produkte und Marken bekannt zu machen. Nicht nur in der Stadt. Einer Studie der Hamburger Pilot Group zufolge gehört das Segeln zu den großen Gewinnern im Kampf um die Marketingtöpfe. Wie sehr sich ein Engagement im Cup anscheinend lohnt, zeigt gerade der Höhenflug des DSL- und Internet-Anbieters „United Internet“, dessen Gründer und Vorsitzender Ralph Dommermuth rund 50 Millionen Euro in die deutsche Cup-Kampagne investiert. 2006 gewann United Internet in den ersten beiden Quartalen je 100 000 Kunden, im dritten 130 000 und 200 000 im Weihnachtsgeschäft. Die Entwicklung werde 2007 ähnlich sein, sagte Dommermuth, der den Cup vor allem nutzt, um seinen DSL-Riesen „1&1“ durch TV-Präsenz auszubauen.

Während der Regatta werden 3 500 Journalisten in Valencia zugegen sein. 2,8 Milliarden TV-Zuschauer werden die Segelrennen in 211 Ländern verfolgen. Auch ARD und ZDF wollen mit historischen 50 Stunden live vom Cup berichten. Im Vergleich mit der Euphorie, die man vor zwei Jahren bei den Öffentlich-Rechtlichen versprühte, ist das Ergebnis allerdings eher ernüchternd. Vorberichte waren kaum zu sehen, Live-Berichte und die Tageszusammenfassungen wurden bei der ARD in digitale Spartenkanäle und in das Nachtprogramm verbannt. Besser aufgestellt und mutiger ist das ZDF, das am 23. April immerhin ein „Aktuelles Sportstudio“ live aus dem Hauptquartier des deutschen Teams senden wird. „Der Anfang war etwas schleppend seitens der deutschen Presse“, erklärt Mirko Groeschner, Marketing-Direktor vom BMW Oracle-Team. „Aber im Moment bekommen wir jede zweite Medienanfrage aus Deutschland.“

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