America's Cup
Kielbombe trägt Röckchen

Am heutigen Mittwoch beginnt der zehnte Vorlauf auf dem Weg zum mittlerweile 32. America's Cup - Die Spannung steigt unter den Teilnehmern steigt, die Geheimniskrämerei auch.

VALENCIA. Bei der Segelregatta "America's Cup" ist es ein bisschen wie bei einem Eisberg. Es kommt darauf an, was man nicht sieht. Deshalb werden die millionenteuren Neubauten der Syndikate Rumpf abwärts mit einem Röckchen verhüllt. Und schon rätseln Journalisten, Segler und Designer. Wie sieht der Rumpf aus, wie die Kielbombe? Welche Auswirkungen könnte das auf die Schnelligkeit haben? Rauchende Köpfe und umherfliegende Gedankenblasen sind todsichere Zeichen für den tatsächlichen Beginn des Cups. Die ausschweifende Geheimniskrämerei ist Teil eines wohl gepflegten Spiels, das zum Cup gehört wie die Kaviar-Häppchen und der Champagner.

Seit geraumer Zeit ist die Fachpresse wieder voll von all diesen wichtigen Fragen. Das bedeutet: Man darf sich freuen, der 32. America's Cup hat nun endlich richtig begonnen. Es geht in die entscheidende Phase der Super-Segelei. Im vergangenen Jahr ist ja schon viel und ausgiebig gesegelt worden, bei den Vorlauf-Regatten, den Acts.

Heute startet in Valencia Act Nummer 10. Und seit den Vorläufen im sizilianischen Trapani ist einiges passiert. Neun der zwölf Teams haben ihre neuen Boote fertig. Allerdings werden nur drei Teams ihre neuen Yachten schon in Valencia präsentieren: Die Neuseeländer, die Italiener von Luna Rossa und BMW Oracle. Die allerdings erst beim Act 11, der in einer Woche startet. Die Deutschen von "United Internet" werden ihre frisch getaufte GER 89 wohl erst im Sommer ins Rennen schicken.

Besonders genau hingeschaut wird bei den Neukonstruktionen des Titelverteidigers Alinghi und den starken Herausforderern von BMW Oracle und Team New Zealand. Denn sie sind Trendsetter im komplizierten Geschäft des AC-Designs. Und tatsächlich haben die Schweizer und die US-Amerikaner mächtig vorgelegt. Der neueste Schrei ist eine Mastkonstruktion, die Gewicht und Windwiderstand verringert. Gewünschtes Ergebnis wäre natürlich ein schnelleres Boot. Eine derart radikale Idee an einer exponierten Stelle wie dem Mast lässt sich nur schwerlich verhüllen. Aber auch das gehört wohl zum Spiel. "Das ist alles Taktik", sagt Experte Carsten Kemmling vom Fachmagazin "Yacht". "Alle anderen Teams rätseln jetzt, ob der neue Mast von Alinghi ernst gemeint ist, oder ob sie nur auf eine falsche Fährte gelockt werden sollen. So werden auf jeden Fall Kapazitäten gebunden. Denn niemand kann es sich leisten, über diese Design-Neuerung nicht nachzudenken."

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