„America's Cup“
„Mr. Internet“ geht auf große Fahrt

Rund 50 Millionen Euro investiert Ralph Dommermuth in eine High-Tech-Yacht, um den Traum von der Teilnahme eines deutschen Teams am "America's Cup" wahr werden zu lassen.

DÜSSELDORF/KIEL. Aufgebockt ragt die Segelyacht mehr als vierzig Meter vor dem Kieler Yachtclub. Langsam hievt eine blaue Hebebühne Eva Luise Köhler, die Gattin des Bundespräsidentin, an die Spitze des Boots. Die Politikergattin lehnt sich vorsichtig vor, um die Champagner-Flasche an der weiß-lackierten Yacht zu zerschlagen. Doch der Abstand reicht nicht aus. United-Internet-Chef Ralph Dommermuth neben ihr wird nervös. "Das ist zu hoch. Etwas tiefer, sonst reicht Frau Köhler nichts an Boot", dröhnt es aus dem Mikro. Erleichtert atmet Dommermuth auf, als sie die Flasche wenig später über der "Germany 1" zerschmettert.

Für den Internet-Milliardär und Chef von Deutschlands zweitgrößten Online-Anbieter geht es um viel: Denn der 1,91 Meter große Mann finanziert die erste deutsche Yacht in der Geschichte des America?s Cup - der ältesten und bedeutendsten Segeltrophäe der Welt. Erstmals wird der Kampf um die beliebte Silberkanne im nächsten Jahr in Europa ausgetragen - vor den Ufern der spanischen Stadt Valencia. 2003 gewann in Neuseeland der Schweizer Alinghi den Cup - und der Sieger bestimmt den nächsten Austragungsort.

Für den Seglertraum muss Dommermuth allerdings tief in die Tasche greifen: So kostet die deutsche Teilnahme am America?s Cup rund 50 Mill. Euro, davon zahlt United Internet die Hälfte, den Rest steuert der Vorstandschef privat bei. "Es ist typisch, dass nur ein verrückter deutscher Wirtschaftslenker auf die Idee kommt, an dem Cup teilzunehmen", meint Jochen Rieker, Chefredakteur der Segelzeitschrift "Yacht".

Doch für den Selfmade-Unternehmer dürfte sich der Einsatz lohnen - vor allem medial. Denn das ZDF und die ARD haben sich bereit seit längerem alle Übertragungsrechte gesichert. Damit ist die Werbung garantiert. Denn die öffentlichen-rechtlichen Fernsehsender dürfte die Markenwelt des Internet-Imperiums bei dem Rennen kaum ausblenden können - meterbreit und in fetten Buchstaben stehen "Web.de" oder "GMX" oder "1&1" auf der 26 Meter langen Yacht. "Es gibt kein sportliches Großereignis, was nicht gebrandet ist", meint ein ZDF-Sprecher.

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