America's Cup
Segelklassiker in unruhigen Gewässern

Das Ansehen des America's Cup hat arg gelitten. Nach einer juristischen Schlammschlacht gerät die im Februar startende Auflage zur Nagelprobe. Im vergangenen Jahr war der Cup wegen des Streits zwischen Titelverteidiger Alinghi und dem BMW-Oracle-Team abgesagt worden.
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BERLIN. Vor drei Jahren noch galt der America's Cup als "Formel 1 des Segelns". Die fast 160 Jahre alte Regatta lockte weltweit vier Milliarden Zuschauer vor die Fernseher und über fünf Millionen in die spanische Mittelmeerstadt Valencia. Der Cup bot Glamour, Technik und Spitzensport. Für internationale Unternehmen wie UBS, Allianz oder BMW war er die perfekte Werbefläche. In einer Woche soll in Valencia die 33. Auflage des America's Cup starten, doch der Glanz ist verblasst. Grund ist ein erbitterter Streit: Seit zwei Jahren liefern sich der schweizerische Titelverteidiger Alinghi und das US-Team BMW-Oracle eine juristische Schlammschlacht, die im vergangenem Jahr zur Absage führte.

Auch aktuell gehen die Anwälte der Streithähne bei einem New Yorker Gericht ein und aus: Nun geht es um die Zulassung der Boote - sie müssen nach den Cup-Regeln in den Herkunftsländern der Teams gefertigt sein. Die Amerikaner beanstanden das Segel der Schweizer, die Eidgenossen monieren, dass der Motor der Amerikaner nicht dem Reglement entspreche. Immerhin: Der Wettbewerb soll trotz des Hickhack stattfinden - darauf haben sich die Teams geeinigt.

Die Regeln sind ein Problem

In dem Duell treten die beiden Milliardäre Ernesto Bertarelli und Larry Ellison mit zwei gewaltigen Yachten gegeneinander an. Die Bootsbautechnik, mit der der US-Trimaran und der Schweizer Katamaran aufwarten, verspricht ein spektakuläres Rennen - aber wen, so muss man fragen, interessiert das eigentlich noch?

"Der aktuelle Cup ist ein Witz", sagt Bruno Troublé, der Gründer des Louis Vuitton Cup. Der Gewinner dieses Wettbewerbs darf seit 1983 den Sieger des vorigen America's Cup herausfordern. Troublé zeigt sich enttäuscht von dem Streit der Teams: Das Image sei in Gefahr, sagt der 64-jährige Franzose. Die Regatta sei ein "Wrack".

Problematisch seien die Regeln, die der Cupverteidiger Alinghi aufgestellt habe. Die Rennen können nur beginnen bei Wind unter 15 Knoten und Wellen kleiner als einem Meter. "Da muss man vor Valencia zwei Wochen warten, um zwei Renntage zu bekommen", sagt Troublé. Aus Sicht des Sportmarketings habe der Wettbewerb so keinen Wert. "Für Unternehmen und Zuschauer ist das uninteressant."

Experten kritisieren hohe Kosten

Auch Marcus Hutchinson, Pressechef beim 32. America's Cup 2007, übt Kritik. Für Sponsoren sei der Cup derzeit zu unsicher. "Es ist noch nicht mal klar, ob am 8. Februar tatsächlich etwas stattfinden wird. Es gibt überhaupt keine Basis für ein kommerzielles Programm."

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