America's Cup startet heute
Leinen los zum "Kampf um die Kanne"

Nach 156 Jahren findet heute (ab 15 Uhr) wieder ein America's-Cup-Rennen in europäischen Gewässern statt. Die Alinghi will den Grundstein zur Titelverteidigung legen, das Team New Zealand hofft auf eine Überraschung.

Das lange Warten hat heute endlich ein Ende. Vier Jahre nach dem Triumph von Auckland stellt sich das Schweizer Team Alinghi der nächst größeren Herausforderung -- der Titelverteidigung des America's Cup. "Einmal den Pokal zu gewinnen ist schwierig. Ihn zweimal zu gewinnen ist aber noch viel schwieriger", sagte Teameigner Ernesto Bertarelli vor dem ersten Startschuss um 15 Uhr in Valencia.

Gegner der Eidgenossen ist das Emirates Team New Zealand. Die "Kiwis" hatten sich gegen zehn Mitstreiter durchgesetzt, darunter war im United Internet Team Germany auch erstmals ein deutscher Teilnehmer. Die Ausgangslage ist denkbar einfach: Wer zuerst fünf Duelle für sich entscheidet, nimmt die Traditions-Trophäe mit nach Hause.

Statistik spricht für Neuseeland

Dem heutigen ersten Match kommt eine besondere Bedeutung zu: Seit 1987 gewann am Ende stets das Team, das 1:0 in Führung ging Die letzten drei Finals endeten sogar mit einem 5:0-Durchmarsch, zuletzt gelang dieses Kunststück der Alinghi. Gegner vor vier Jahren war das Team New Zealand, das nun auf Revanche sinnt.

Die Chancen der "Kiwis" stehen rein statistisch gar nicht mal schlecht. Bei den Vorregatten gewann das Team gegen die Schweizer sechs von zehn Wettfahrten. Auch in der Gesamtbilanz aller Matchraces weisen die Neuseeländer die besseren Werte auf und siegten in 90 von 107 Duellen (84 Prozent Siege). Alinghi brachte es "nur" auf 61 Erfolge in 74 Rennen (82 Prozent). "Wir sind so weit gekommen, jetzt wollen wir auch den Pokal gewinnen", hofft Steuermann Dean Barker.

Neue "Wunderwaffe" im Blickpunkt

Experten wie Buchmacher sehen allerdings die Alinghi in der Favoritenrolle. Den Unterschied machen könnte die neue Yacht SUI 100, die heute erstmals in einem offiziellen Wettkampf zum Einsatz kommt. Beobachtern zufolge soll die "Wunderwaffe" noch schneller sein als ihre Vorgänger, von bis zu zehn Sekunden pro Streckenabschnitt ist die Rede.

Am Steuer stehen wird wie erwartet der US-Amerikaner Ed Baird. "Er ist einer von vielleicht fünf Steuermännern, die alles aus so einem Boot herausholen können", glaubt Taktiker Brad Butterworth. Als Schwäche von Baird gilt der Start, was gegen Dean Barker allerdings weniger ins Gewicht fallen sollte als gegen einen Start-Spezialisten wie den Australier James Spithill.

Bis zu 14 Knoten zum Auftakt

Zudem spielt auch das Wetter der Alinghi in die Karten. Die Schweizer gelten bei Windgeschwindigkeiten von über zehn Knoten als bevorteilt, für heute sind zwölf bis 14 angesagt. Die Brise weht dabei konstant aus Osten, sodass ein pünktlicher Start garantiert sein sollte. Bei wolkenlosem Himmel erreichen die Temperaturen 25 Grad.

Während also die Alinghi an alte Zeiten anknüpfen will, hat der America's Cup dieses Ziel mit dem heutigen Tag erreicht. 156 Jahre nach der Premiere in England findet erstmals wieder einen Cup-Rennen in europäischen Gewässern statt. Alinghi-Teameigner Bertarelli höchstselbst will dafür sorgen, dass dies keine Eintagsfliege bleibt: "Auckland war eine Entdeckungsreise. Jetzt müssen wir den Coup bestätigen."

© SID

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