America's Cup
Wenn harte Hunde plötzlich lächeln

Mit dem Act 13, der letzten Vorregatta, beginnt am Dienstag der Countdown zum America’s Cup.

VALENCIA. Wenn alle zwölf Steuermänner und Skipper der America´s Cup-Teams auf dem Podium des Medienzentrums in Valencia stehen, dann wirkt das wie eine feierliche Messe. Man merkt deutlich die Ehrfurcht gegenüber der Creme de la Creme des internationalen Segelsports. Bei dem ein oder anderen Journalisten meint man sogar ein flüchtiges Glänzen in den Augen erkannt zu haben. Nur einer fehlt, die Lichtgestalt unter den Cup-Steuermännern: Russell Coutts, der den Cup für Alinghi 2002/2003 zum ersten und für sich zum dritten Mal gewinnen konnte, dann aber 2004 überraschend seinen Arbeitsplatz verlor. Wenn er dabei gewesen wäre, hätte so mancher Journalist wohl auch noch seine berufliche Objektivität in Gefahr gesehen.

Man merkte die Anspannung, die in der Luft liegt. Denn in knapp zwei Wochen wird es endlich ernst. Keine Spekulationen, kein Gerede mehr: die Herausforderer-Serie, der Louis Vuitton-Cup, beginnt. Heute gehen die elf Herausforderer und Titelverteidiger Alinghi in die letzte Vorregatta, den Act 13, der als Fleet Race gesegelt wird.

Auch Jesper Bank, der dänische Steuermann des deutschen Teams „United Internet Team Germany“, der sich sonst sehr locker gibt und gern mal einen Witz macht, schaute sehr ernst und angespannt, mal auf seine Füße, mal auf seine Hände. Bank steht unter immensem Druck, einen vorzeigbaren Erfolg und die ein oder andere Überraschung herauszufahren. Die 50 Millionen Euro-Kampagne liegt in der Wertung der Vorregatten auf dem zehnten, und damit vorletzten Platz. Bank zeigte sich immerhin optimistisch hinsichtlich des neuen Bootes, der GER 89. „Es ist definitiv ein besseres Gefühl, auf dem Boot zu segeln.“ Allerdings ist das auch nicht schwer, schließlich galt die alte Yacht als Schnecke unter den Karbon-Rennern. Der 49-Jährige hält die umstrittene Vorregatta „für eine gute Möglichkeit, um auf hohem Niveau zu trainieren und zu lernen. Wir brauchen diesen Act so sehr“.

Das Fleet Race wird von vielen als spektakuläres aber sportlich belangloses Schaulaufen angesehen, bei dem nicht alle Teams Vollgas geben werden. Schließlich hat niemand Lust, sich eines der bis zu vier Millionen Euro teuren Boote zu ramponieren. Und die Wahrscheinlichkeit einer Kollision ist gerade in der Startphase, wenn die 24 Meter langen Mega-Yachten sich um die besten Plätze auf dem Kurs vor Valencia drängeln, sehr hoch. Gerade die großen Teams und werden wohl kein Unfall-Risiko eingehen oder dem Gegner wichtige Informationen liefern.

Seite 1:

Wenn harte Hunde plötzlich lächeln

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%