Amerikaner selbst denkt nicht an Rücktritt
Reindl gibt Poss zum Abschuss frei

Der Generalsekretär des Deutschen Eishockey-Bundes, Franz Reindl, hatte lange herumlaviert und sich nach dem Abstieg aus der A-Gruppe nicht zu einer klaren Aussage in Sachen Bundestrainer hinreißen lassen. Vor der Krisensitzung der DEB-Führung mit dem Nationalcoach am Freitag am Münchner Flughafen sprach er nun Klartext. Er will dem Präsidium einen Neuanfang empfehlen.

HB MÜNCHEN. "Ich sehe Poss nicht als den Mann, der den hinterlassenen Scherbenhaufen beseitigen kann", sagte Reindl am Mittwoch in München. Nach nur sieben Monaten neigt sich damit die Amtszeit von Greg Poss dem Ende zu. Die Trennung von dem 39-jährigen Amerikaner wäre die Konsequenz aus dem enttäuschenden Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft, die nach dem Abstieg bei der Weltmeisterschaft in Österreich nur noch zweitklassig ist.

Die vorzeitige Auflösung des bis 31. Mai 2006 befristeten Bundestrainer-Vertrags dürfte so gut wie sicher sein, wenn Poss und das DEB-Präsidium am Freitag die WM aufarbeiten. Der ehemalige Trainer der Nürnberg Ice Tigers und Nachfolger von Ex-Bundestrainer Hans Zach hat bei Fans und Medien keinen Kredit mehr, ist aus Kreisen des DEB zu hören, wo täglich E-Mails und Briefe eingehen, in denen eine Ablösung des glücklosen Coaches gefordert wird.

Poss soll nach Reindls Vorstellung in Zukunft Aufgaben im Nachwuchsbereich wahrnehmen, "die ohnehin 80 Prozent seiner Arbeitszeit in Anspruch genommen hätten". Der Amerikaner selbst denkt trotz der ernüchternden Bilanz von 15 Niederlagen in 22 Länderspielen nicht an einen Rücktritt. "Ich glaube nach wie vor, der beste Mann für diese Stelle zu sein", betonte er in der Fachzeitung "Eishockey News", "ich habe ein kurz- mittel- und langfristiges Konzept, wie die gegenwärtige Situation wieder zu verbessern ist. Ich will die Aufgaben des Bundestrainers mehr denn je annehmen und durch harte und kluge Arbeit bessere Ergebnisse erreichen."

DEB-Generalsekretär Reindl stellt sich die Zukunft der DEB-Auswahl eher ohne Poss vor. Wie im vergangenen Sommer ist der frühere Nationalspieler bereit, sich als Interimstrainer hinter die Bande zu stellen. Reindls erster Einsatz wäre das Einladungsturnier um den Canada Cup vom 31. August bis 5. September.

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