Amtierender DTB-Präsident wil „Team Deutschland“ ins Leben rufen
Advantage Waldenfels

Vor der ersten Kampfabstimmung um das Tennis-Präsidentenamt hat der Amtsinhaber die Nase vorn.

BERLIN. Zuletzt hat Georg von Waldenfels mächtig Kritik einstecken müssen. Erstaunlicherweise aber nicht nur von seinem Kontrahenten um das Amt des Präsidenten des Deutschen Tennis-Bundes. Waldenfels sah sich nach seiner verbalen Attacke gegen Dirk Hordorff („Nicht teamfähig, unverträglich, kann sich nicht in eine Mannschaft einordnen“) Kritik aus den eigenen Reihen ausgesetzt. „Ich finde es schade, dass es jetzt auf dieser Ebene ausgetragen wird“, sagte Robert Hampe, Präsident des westfälischen Landesverbandes: „Mich hat der Tonfall überrascht, ich fand es taktisch nicht besonders glücklich.“

Dabei ist es wohl nicht so, dass sich von Waldenfels mit aller Macht um eine Verlängerung seines Ehrenamtes als Präsident des DTB gerissen hätte. „Ich habe vor einigen Monaten nicht gesagt, hurra, ich bin der Kandidat“, sagt er, „ich habe vielmehr gefragt: Wollt ihr, dass ich weitermache?“ Präsidium und Landesverbände wollten es damals. Inzwischen aber ist in Hordorff ein angriffslustiger Gegenkandidat aufgetaucht, was für von Waldenfels eigentlich eine gute Möglichkeit gewesen wäre, sich von seinem Amt zu verabschieden. Doch der frühere bayerische Finanzminister fühlt sich unverändert unterstützt, weshalb er nun sagt: „Nur weil ein Gegenkandidat auftritt, ziehe ich doch nicht zurück.“

So kommt es gegenwärtig vor der Wahl am 12. November in Bremen zu einem offenen Wahlkampf im DTB. Der Herausforderer Hordorff, ein 49 Jahre alter Immobilienunternehmer und Manager des Tennisprofis Rainer Schüttler, hat zuletzt sein Konzept vorgelegt. Darin kritisiert er im Wesentlichen die mangelnde Öffentlichkeitsarbeit und Vermarktung des Tennis und fordert Veränderungen in der Spitzensportstruktur. „Ich will die Stag nation, ja sogar den Rückschritt der vergangenen Jahre überwinden“, sagte Hordorff der Deutschen Presse-Agentur. „Alleine in der besseren Vermarktung der wirtschaftlichen Aktivitäten wären Potenziale von mehreren Millionen Euro erzielbar.“

Waldenfels konterte am Donnerstag, indem er eine Idee des ehemaligen Daviscup-Spielers und Journalisten Hans-Jürgen Pohmann aufgriff. „Ich will ein Team Deutschland ins Leben rufen, um das Image und die Bedeutung des Tennis in Deutschland zu fördern“, sagte Georg von Waldenfels. Dies sei jedoch keine Reaktion auf Hordorff, er habe vielmehr schon vor einiger Zeit mit Pohmann darüber gesprochen.

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