Andreas Goldberger
"Goldi" fliegt noch einmal über 200 Meter

Mit einem Flug über 200 Metern feiert Andreas Goldberg seinen Absprung in ein neus Leben. Der 33-jährige brach 1994 als erster die 200-Meter-Marke und gilt bis heute als eines der bekanntesten Gesichter im Skisprung-Zirkus.

BAD MITTERNDORF. Andreas Goldberger sagt leise Servus, und nicht nur die Skisprung-Fans in Österreich sind traurig über das Ende seiner Karriere. Am Rande der Skiflug-Weltmeisterschaft am Kulm will „Goldi“ heute zehn Jahre nach seinem Titelgewinn standesgemäß mit einem Flug über 200 Meter den Absprung in sein neues Leben feiern. Beim Einfliegen am Mittwoch segelte der Flug-Pensionär noch einmal auf 215,5 Meter. „Es war eine geile Zeit als Skispringer und es taugt mir, dass ich vor all den Springern und Fans in meiner Heimat „Pfiaddi“ sagen kann“, sagt der Flieger.

Noch immer gehört das Lausbubengesicht des inzwischen 33-Jährigen zu den bekanntesten im Skisprung-Zirkus, obwohl seine großen Erfolge schon ein Jahrzehnt zurückliegen. Dreimal gewann er den Gesamtweltcup, zweimal die Vierschanzentournee, feierte 20 Weltcup-Siege, holte zweimal Olympiabronze und flog am 17. März 1994 in Planica als erster Mensch über 200 Meter. Bei diesem Sprung kam der erste Skisprung-Millionär der Geschichte zu Fall, und stolperte hernach auch im Leben.

1997 gab der Sohn einer Bäuerin treuherzig zu, Kokain geschnupft zu haben. Es folgten eine sechsmonatige Sperre vom österreichischen Verband, der Bruch mit der Heimat und eine Irrfahrt durch die Welt. Für die Karibikinsel Grenada durfte Goldberger nicht starten, weil die kein Mitglied des Internationalen Skiverbandes ist. Dann hatte er mitten in der Balkan-Krise die jugoslawische Staatsbürgerschaft in der Tasche, ehe er sich in letzter Minute doch noch mit Österreich versöhnte.

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