Angelique Kerber
„Ich weiß, da geht noch viel mehr“

Als erste Deutsche seit Anke Huber vor elf Jahren hat sich Angelique Kerber für die Tennis-WM der besten acht Spielerinnen qualifiziert. Die 24-Jährige spricht über ihre Verletzungspause, sportliche Ziele und Steffi Graf.
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Istanbul, Berlin Frau Kerber, mit welchen Erwartungen starten Sie in Istanbul? Ihr Ziel kann ja nicht sein, nur ein Gruppenspiel zu gewinnen?

Kerber: Nein. Ich bin erst mal stolz, dass ich das geschafft habe. Es ist ein Bonus-Turnier, das ich mir für die gute Saison erspielt habe. Ich bin aufgeregt, ich freu mich drauf, ich kann es kaum erwarten, weil ich gar nicht weiß, was mich dort erwartet. Ich werde es genießen und Spaß haben. Das Drumherum wird bestimmt nicht so sein wie bei einem normalen Turnier. Mein Ziel ist es, von Match zu Match zu schauen und mein Bestes zu geben. Mal schauen, wie weit es dann reicht und wie es dann ausgeht.

Ist das Halbfinale ein realistisches Ziel?

Darüber denke ich überhaupt nicht nach. Wenn ich aus der Gruppe rauskomme, wäre es ein weiterer Erfolg. Ich gebe mein Bestes, der Rest wird von allein kommen.

Aber Sie haben in diesem Jahr ja schon bewiesen, dass Sie gegen fast alle Konkurrentinnen aus den Top Ten gewinnen können.

Ich weiß natürlich, dass ich da mitspielen kann. Ich habe schon fast alle geschlagen. Nur Victoria Asarenka noch nicht. Aber es ist ein ganz anderes Turnier. Man muss am Ende eines langen Jahres noch einmal alle Reserven mobilisieren. Es wird in jedem Fall noch ein Highlight in diesem Jahr für mich sein.

Spüren Sie zusätzlichen Druck durch die Tatsache, dass Sie es als erste Deutsche seit 2001 zur WM geschafft haben?

Ich spüre natürlich den Druck, aber ich versuche, ihn nicht an mich ranzulassen. Ich freue mich, dass Tennis so langsam wieder hochkommt nach den Jahren mit Steffi Graf und Anke Huber. Unser Ziel ist ja auch, dass Kinder wieder mehr Tennis spielen und in Zukunft wieder mehr gute Spieler aus Deutschland kommen.

À propos Steffi Graf. Der letzte deutsche WM-Sieg gelang ihr 1996. Hatten Sie in letzter Zeit mal Kontakt zu ihr?

Ich hatte dieses Jahr in Wimbledon Kontakt und habe zehn Minuten mit ihr gesprochen. Das war aber auch das einzige Treffen. Aber sie wird bestimmt darauf schauen, wie wir Deutschen spielen und vielleicht auch, was in Istanbul passiert.

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