Annus sorgt für Aufsehen
CAS-Urteil: Annus und Fazekas verlieren Gold

Die Leichtathleten Annus und Fazekas müssen unabänderlich ihre olympischen Goldmedaillen abgeben. Das Urteil des Internationalen Sportgerichtshof (CAS) wird als «Meilenstein im Kampf gegen Doping» angesehen.

HB BERLIN. Die beiden ungarischen Leichtathleten Adrian Annus und Robert Fazekas verlieren endgültig ihre olympischen Goldmedaillen. Der Internationale Sport-Gerichtshof (CAS) bestätigte mit einem am Freitag in Lausanne veröffentlichten Urteil eine entsprechende Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Es hatte die beiden Sieger der Spiele von Athen 2004 im Hammer- und Diskuswerfen wegen der Verweigerung einer Dopingprobe disqualifiziert. Mit diesen Tests hatte das IOC den dringenden Verdacht auf Abgabe von Fremdurin erhärten wollen.

>«Dieses Urteil ist ein Meilenstein und damit wichtig für den weiteren Kampf gegen Doping», sagte der Vorsitzende der juristischen Kommission des IOC, Thomas Bach. Immerhin habe der CAS zum ersten Mal über eine Kontrollverweigerung zu richten gehabt. Das deutsche Führungsmitglied des Internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF), Helmut Digel, begrüßte das Urteil so: «Wenn ein Athlet so schwerwiegend betrügt, ist es besonders wichtig, wenn ein höchstrichterlicher Spruch dies verurteilt.»

Der Fall Annus hatte bereits in Athen Sportgeschichte geschrieben. Der 31-jährige Hammerwerfer war vor und nach seinem Sieg zwei Mal negativ getestet worden. Die Analyse der beiden Proben hatte jedoch den Verdacht genährt, dass der von ihm abgegebene Urin von zwei verschiedenen Menschen stammen müsse. In einer spektakulären Aktion schickte das IOC Doping-Kontrolleure zu dem noch vor Olympia-Ende nach Ungarn abgereisten Annus. Der jedoch ließ auch dort keinen dritten Test zu.

Fazekas verweigerte nach seinem Sieg im Diskuswerfen eine ausreichende Kontrolle und steht ebenfalls unter dringendem Verdacht einer Manipulation mit fremden Urin. Nach der nun feststehenden Disqualifikation von Annus geht die Goldmedaille im Hammerwerfen an den Japaner Koji Murofushi, Silber an den Weißrussen Iwan Tichon und Bronze an den Türken Esref Apak. Die Medaillenträger im Diskus sind Virgilius Alekna (Litauen), Zoltan Kovago (Ungarn) und Aleksandr Tammert (Estland). Unter 23 Dopingfällen in Athen waren insgesamt sieben Medaillengewinner vom IOC disqualifiziert worden.

Die Verweigerung von Dopingkontrollen spielt auch die Hauptrolle beim Fall der beiden griechischen Leichtathleten Kostas Kenteris und Ekaterini Thanou, denen nun der Ausschluss von den Olympischen Spielen 2008 in Peking droht. «Wenn die Fälle von der IAAF abschließend behandelt worden sind, kann das IOC die Zulassung für Peking überprüfen», sagte IOC-Präsident Jacques Rogge am Freitag in Brisbane. Kenteris und Thanou waren vor zwei Wochen vom griechischen Leichtathletik-Verband trotz der Verweigerung eines Tests einen Tag vor Eröffnung der Spiele in Athen freigesprochen worden.

«Ich will nicht spekulieren, aber eines ist klar, der Fall ist noch nicht zu Ende», sagte Rogge im Rahmen einer Sitzung der Nationalen Olympischen Komitees (NOK) von Ozeanien. Am Abend gab die IAAF bekannt, dass sie den Freispruch der beiden Sprinter nicht akzeptiert, und kündigte an, dagegen vor dem CAS zu klagen. Bis zu einer Entscheidung des Sportgerichtshofes sind Kenteris und Thanou gemäß den IAAF-Regeln gesperrt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%