Anschlag in Sri Lanka
Terroristen nehmen Sport ins Visier

Nach dem Anschlag auf das Cricket-Nationalteam von Sri Lanka wächst die Furcht vor Terroristen – denn der Angriff hat ein Tabu gebrochen: Er war die erste Attacke auf ein großes Sportevent seit den Olympischen Spielen 1972 in München. Funktionäre und Sportler sind alarmiert. Das hat auch wirtschaftliche Folgen für Großereignisse.

LONDON. Auf dem indischen Subkontinent scheint nichts mehr sicher zu sein – nicht einmal der eigentlich heilige Nationalsport Cricket. Anfang der Woche beschloss der indische Cricket-Verband, die prestigeträchtige Indian Premier League, bei der die besten Spieler der Welt gegeneinander antreten, nach Südafrika zu verlegen. Der Grund: Die Funktionäre haben Angst vor Terroranschlägen, weil zeitgleich Parlamentswahlen in Indien stattfinden.

Dass diese Furcht nicht ohne Grund ist, hat sich erst vor kurzem auf erschreckende Art gezeigt. Am Morgen des 3. März gegen 8.30 Uhr griffen islamistische Terroristen mit Handgranaten und Sturmgewehren den Bus an, der das Cricket-Nationalteam aus Sri Lanka zum Gaddafi-Stadion im pakistanischen Lahore bringen sollte. Auf dem Programm stand ein Testspiel gegen Pakistan. Am Ende eines erbitterten Feuergefechts hatten sechs Sicherheitsbeamte und ein Passant ihr Leben verloren. Vier Cricket-Spieler wurden von Splittern verletzt, zwei von Kugeln getroffen – keiner von ihnen allerdings lebensbedrohlich.

Der Anschlag auf das Nationalteam von Sri Lanka hat die weltweite Cricket-Szene erschüttert und Begegnungen auf internationalem Niveau in Pakistan und auch im Nachbarland Indien auf absehbare Zeit erst einmal unmöglich gemacht. Beide Länder wollten eigentlich im Jahr 2011 die Cricket-Weltmeisterschaft austragen.

Doch die Attacke trifft nicht nur den Gentleman-Sport Cricket. Der Anschlag von Lahore hat ein Tabu gebrochen: Er war der erste Terrorangriff auf ein Sport-Großereignis seit den Olympischen Spielen 1972 in München. Damals nahm ein Palästinenser-Kommando israelische Sportler als Geiseln. Bei dem missglückten Befreiungsversuch starben elf Athleten, ein Polizist und fünf Terroristen.

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