ARD/ZDF senden 350 Stunden
Turin freut sich auf die „TV-Winterspiele“

Staatspräsident Carlo Azeglio Campo wird heute Abend vor 35 000 Besuchern im Stadio Olimpico und geschätzten zwei Mrd. TV-Zuschauern die Olympischen Winterspiele in Turin eröffnen. Es werden TV-Spiele sein.

Das Olympische Feuer hatte bereits am Donnerstag Turin erreicht, nachdem es 62 Tage lang und 11 000 Kilometer weit durch alle Teile des Landes getragen wurde. Und mit ihm das Motto der 20. Winterspiele 2006: "Passion - Leidenschaft". Ob die Botschaft die Herzen der Italiener erreichte, wird man bis zum 26. Februar sehen. Mancher fürchtet, eine Stadt mit 900 000 Menschen tauge nicht für echte Stimmung, und die Wege in den Schnee seien zu weit.

Es werden Spiele der großen Illusion, perfekt inszeniert für das Fernsehen, die Staatspräsident Carlo Azeglio Campo heute Abend vor 35 000 Besuchern im Stadio Olimpico und geschätzten zwei Mrd. TV-Zuschauern eröffnet.

Zwischen der Metropole des Piemont und den Schauplätzen in den Bergen liegen bis zu 100 Kilometer. Doch auf den Bildschirmen in aller Welt wird von den Entfernungen nichts zu spüren sein. Nur ein Wimpernschlag trennt dann die Biathleten in San Sicario von den Eiskunstläufern in Turin. Mit dem Wagen sind es zwei Stunden. Nie zuvor waren die Wettkampfstätten so verstreut, erstmals in der olympischen Geschichte gibt es drei Athletendörfer. Dies bietet allen 2 500 Sportlern kurze Wege, doch die Einheit der olympischen Familie wird nur vorgetäuscht.

Es werden bewusst Fernseh-Spiele. 200 Länder auf allen fünf Kontinenten sind angeschlossen, 38 mehr als vor vier Jahren. Mit Afrika ist der letzte weiße Fleck auf der Winterspiel-Landkarte fast komplett getilgt. Aus allen wichtigen TV-Märkten wird die Fortsetzung des Booms vermeldet.

ARD/ZDF senden 350 Stunden, also praktisch rund um die Uhr. NBC steigert die Übertragungsdauer sogar gegenüber den Spielen 2002 im eigenen Land. Schließlich sollen sich die TV-Rechte auszahlen, die man für 614 Mill. Dollar vom IOC erwarb. Selbstverständlich auch ein Rekord, wie die 135 Mill. Dollar der EBU. Turin setzt die Reihe der Rekordspiele auch in anderen Bereichen fort: mit 82 Ländern (zuletzt 77), mit 84 Wettbewerben (78), auch mit 1 200 Dopingkontrollen (840). Erstmals wird systematisch auf EPO getestet, alle Proben werden acht Jahre lang auf Eis gelegt. Ob auch die Zahl der überführten Sünder die von Salt Lake City (7) übersteigt, bleibt abzuwarten.

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