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Armstrong hat "Bruder" Hincapie auf dem Zettel

Auf die Frage nach dem kommenden Tour-Sieger hat Lance Armstrong derzeit eine naheliegende Antwort: "George Hincapie bringt alles mit, was man dafür braucht", so der US-Amerikaner über seinen Edel-Domestiken.

Erst lange nach der Zieleinfahrt trafen sich George Hincapie und Lance Armstrong hinter dem Podium. Der eine kam gerade vom Siegerpodest, der andere war auf dem Weg dorthin - und dazwischen bejubelten die beiden sonst so beherrschten Radprofis ausgelassen ihren wohl größten gemeinsamen Triumph. Nicht nur, dass Armstrong nach der "Königsetappe" der 92. Tour de France seinen siebten Gesamtsieg so gut wie perfekt gemacht hatte, sein Freund Hincapie hatte zugleich das schwerste Teilstück der Rundfahrt für sich entschieden.

"George ist wie ein Bruder für mich"

"Wenn ich es mir vor diesem Tag hätte aussuchen dürfen, hätte ich mir den Sieg nicht für mich, sondern für George gewünscht. Dass es so gekommen ist, macht mich überglücklich", erklärte Armstrong sichtlich gerührt. Nie zuvor hatte ein anderer Fahrer als er selbst bei der Tour einen Einzel-Etappensieg für US Postal oder das Nachfolge-Team Discovery Channel errungen. Dass dies nun ausgerechnet Hincapie gelang, setzte dem ganzen die Krone auf: "George ist wie ein Bruder für mich. Er hat in diesen sieben Jahren immer loyal zu mir gehalten, dafür danke ich ihm", sagte der Discovery-Kapitän nach dem US-Erfolg auf ganzen Linie.

Er selbst hatte als Siebter der zweiten schweren Pyrenäen-Etappe das Nötigste getan, um seine Gegner im Kampf um den Gesamtsieg klar in Schach zu halten. Während sein schärfster Rivale Ivan Basso (Italien) immerhin noch zeitgleich die Bergankunft am Pla d´Adet erreichte, verlor Jan Ullrich (T-Mobile) als Neunter noch einmal 1:24 Minuten auf den Texaner.

Danach zweifelte niemand mehr am erneuten Erfolg des großen "Tour-Dominators", und auch Armstrong selbst verlor für einen kurzen Moment seine gewohnte Vorsicht: "Der Toursieg ist ein Stück sicherer geworden", bemerkte er, um dann schnell hinzuzufügen: "Natürlich ist er noch nicht perfekt."

Hincapie tritt die Euphorie-Bremse

So konnte sich Armstrong schon mal mit der Frage beschäftigen, wer nach seinem Rücktritt im Anschluss an diese Tour im nächsten Jahr seine Nachfolge antreten könnte. Seinem ein Jahr jüngeren "Edelhelfer" Hincapie würde er den Gesamtsieg durchaus zutrauen: "Jedes Jahr gibt es neue Fahrer, die davon reden, die Tour gewinnen zu wollen. Bei manchem frage ich mich, wie er darauf kommt. George hingegen ist ein kompletter Fahrer. Er bringt alles mit, was man dafür braucht."

Hincapie wollte sich mit diesem Thema noch nicht befassen: "Ich habe gehört, dass mein Name in diesem Zusammenhang genannt wird, aber das ist Zukunftsmusik", sagte der 32-Jährige aus New York, der bislang nur bei den drei Siegen der Mannschaft im Teamzeitfahren ganz oben auf dem Tourpodest stand: "Ich habe mich in den letzten Jahren sicher weiterentwickelt, aber jetzt genieße ich erstmal meinen Etappensieg. Alles weitere wird sich ergeben."

© SID

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