„Armstrong täuscht die Öffentlichkeit"
Doping-Vorwürfe gegen „Dominator"

Mike Anderson, früherer Mitarbeiter von Lance Armstrong, erhebt schwere Vorwürfe gegen den sechsfachen Tour-Sieger.

HB PARIS. Kristin Armstrong, die frühere Ehefrau von Lance, nannte ihn schlicht "H2". Die Abkürzung steht für "Husband Number 2" ("Ehemann Nummer 2"). Die Rede ist von Mike Anderson, früher Mechaniker, Trainer, Freund und Mann für alles für Lance Armstrong. Doch ihre Wege haben sich getrennt. Und jetzt, da Armstrong erneut im Gelben Trikot die Tour de France dominiert, erhebt der frühere Vertraute schwere Vorwürfe gegen seinen Ex-Chef. Dieser habe "ohne jeden Zweifel verbotene Substanzen verwendet, um die Tour de France zu gewinnen", sagte er in einem Interview mit der französischen Tageszeitung "Le Monde". "Armstrong täuscht die Öffentlichkeit und den Radsport."

Im Frühjahr 2004 machte Anderson jene Entdeckung, die schließlich zur Trennung führte. "Ich habe in Armstrongs Haus im spanischen Girona die Sachen seiner Ex-Frau aufgeräumt, und dabei fand ich eine Dose, die den Namen eines Steroids trug", sagte er im Interview. Zwar habe er Armstrong nicht von seinem Fund erzählt, doch ihr Verhältnis habe sich damals schlagartig verschlechtert. "Für mich war klar, dass er meine Entdeckung bemerkt hatte", sagte Anderson.

Es ist nicht das einzige Indiz, das nach Ansicht Andersons dafür spricht, dass Armstrong gedopt war. So berichtet der ehemalige Mitarbeiter von einer unangemeldeten Doping-Kontrolle im Frühjahr 2004, der Armstrong sich bewusst entzogen habe. "Jeder nimmt Steroide", soll sich der sechsfache Tour-Sieger gegenüber Anderson gerechtfertigt haben. Sein langjähriger Freund konnte und wollte dies nicht so einfach akzeptieren, worauf sich das Verhältnis zwischen den beiden deutlich verkühlte. Es dauerte allerdings noch bis November, bis sich das Duo endgültig trennte.

Im Dezember soll der Streit vor einem Gericht in Austin (Texas) fortgesetzt werden. Armstrongs Anwälte bezichtigen Anderson der Lüge und betrachten die Aussagen des ehemaligen Weggefährten als erpresserischen Akt. Anderson jedoch bestreitet finanzielle Interessen und betont, dass es ihm lediglich um die Verbreitung der Wahrheit gehe: "Ich will die Sportbehörden davon überzeugen, dass Lance Armstrong ein Falschspieler ist."

Quelle: »NEWS Frankfurt

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